NEB Festival Virtual Lunchtalk: VON DER LEERE ZUR GEMEINSCHAFT!

VON DER LEERE ZUR GEMEINSCHAFT -
Virtual Lunchtalk im Rahmen des New European Bauhaus Festival 2026

Ein Rückblick auf unseren virtuellen Lunch-Talk im Rahmen des New European Bauhaus Festival 2026 mit Experten von MANIFESTA 16 RUHR, der Technischen Universität Dortmund, der Stiftung Zollverein und der Rutgers University. 

Mit Blick auf die Tradition der Ruhrmetropole, aus der Leere heraus zu wachsen, begeben wir uns vom industriellen Erbe in die dynamischen Stadtviertel, wo der Bedarf an Veränderung nach wie vor drängt. Wir sprechen über unterschiedliche Perspektiven des Wandels und ihre Zukunftsperspektiven und werfen dabei einen erweiterten Blick auf die Rolle ehemaliger Kirchen als Katalysatoren für den Wandel in den lokalen Gemeinschaften.
(Die Veranstaltung ist in Englisch und wurde am 12. Juni 2026 aufgezeichnet)

Mit Beiträgen von::

  • Hedwig Fijen, Direktorin der MANIFESTA Foundation (Amsterdam, Netherlands)
  • Carla Zimmermann, Stiftung Zollverein (Essen, Germany)
  • Josep Bohigas, Creative Mediator der MANIFESTA16 RUHR (Barcelona, Spain)
  • Prof. Renee Tribble, TU Dortmund University (Dortmund, Germany)
  • Prof. Wolfram Hoefer, Rutgers University (New Jersey, USA)
  • Moderation by Sebastian Schlecht, lala.ruhr (Ruhrgebiet, Germany)

Der Lunch-Talk beleuchtete zwei unterschiedliche Aspekte der Region, die trotz ihrer Unterschiede eine wesentliche Gemeinsamkeit aufweisen: Beide (Die Industrieanlagen und die Kirchenräume) verweisen auf eine Leere, die zwar eindeutig ein spezifisches Problem darstellt, aber auch als Aufruf zur Revitalisierung, Neuinterpretation und (re-)aktiven Nutzung gesehen werden darf.

Ein aktueller Impulsgeber für diese Diskussion ist die urbane Vision für die Manifesta 16 Ruhr, die der Architekt und Autor Josep Bohigas vorstellte. Als externer Beobachter hat er sich in den letzten Jahren intensiv mit dem ehemaligen Kohle- und Stahlrevier auseinandergesetzt. Seine Perspektive bietet einen erfrischenden Blick auf das Ruhrgebiet, seine Stadtviertel und sein zukünftiges Entwicklungspotenzial.

Die zentrale Erkenntnis dabei ist, dass der Wandel dort besonders dringlich wird, wo soziale Bedürfnisse, funktionale Anforderungen und spezifische lokale Notwendigkeiten aufeinandertreffen.
Die Lücke, die die ehemalige Industrie im Ruhrgebiet hinterlassen hat, bestand nicht nur im Verschwinden traditioneller Produktionsformen. Vielmehr hinterließ sie ein komplexes Erbe aus strukturellen Herausforderungen, großräumigen Umweltbelastungen und sozialer Unsicherheit. Gleichzeitig eröffneten diese Umbrüche neue Handlungsmöglichkeiten, als ein Beispiel das UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein, die das Ruhrgebiet bis heute als Laboratorium des Wandels prägen.

In dieser Veranstaltung verbinden wir das Thema der „unterirdischen“ Leere industrieller Anlagen mit dem Umgang mit einer Vielzahl ausgedienter “überirdischer” christlicher Kirchen. Veränderungen in der Religionsausübung führen dazu, dass bestehende Gebäude ihre ursprüngliche Funktion verlieren, was eine nicht leicht zu füllen de Lücke erzeugt, aber auch die Entwicklung neuer Nutzungskonzepte und neuer Wege zur Interpretation ihrer Bedeutung erforderlich macht. Diese Prozesse sind geprägt von komplexen Gefühlen des Abschieds, der Unsicherheit, der Hoffnung und der Neuorientierung. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass Räume der Gemeinschaft nach wie vor gebraucht werden – auch dort, wo Gemeinschaft nicht mehr in erster Linie nach religiösen Gesichtspunkten organisiert ist.

Vor diesem Hintergrund befasst sich dieser Beitrag damit, wie Leerstand sinnvoll interpretiert und in nachhaltige Formen des Zusammenlebens umgewandelt werden kann und wie sich Stadtviertel bedürfnisgerecht entwickeln können, wenn alte Strukturen abgebaut werden und neue erst schrittweise und meist durch innovative Prozesse entstehen.

Im Spannungsfeld zwischen Industriestandorten, die mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden, der regionalen Geschichte, dem dringenden Handlungsbedarf und den Bedürfnissen der lokalen Stadtviertel und ihrer Gemeinschaften untersucht diese Diskussion, wie sich die Region in Zukunft weiterentwickeln kann – und wie bestehende Leerstände in Chancen und neues soziales, räumliches und kulturelles Potenzial umgewandelt werden können.

Weiterführende Links:

Join our Virtual Lunchtalk within the The Festival of the New European Bauhaus 2026!


Rückblick: Warmup mit der Manifesta 16 Ruhr

Rückblick: Warmup mit der Manifesta 16 Ruhr

Mit dem Kreativmarkt St. Josef am 28. Februar 2026 endete unsere Workshopreihe #UPSTJOSEF und es wurde gleichzeitig sichtbar, was seit Oktober 2025 entstanden ist.

Seit dem Start des Warm-up-Programms der Manifesta 16 Ruhr haben wir gemeinsam mit Anwohner*innen und engagierten Helfern den Platz rund um die ehemalige St. Josef Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf gestaltet. In monatlichen Upcycling-Workshops wurden zunächst Materialien wie ausrangierte Paletten, altes Holz und Lattenroste gesammelt, um sie dann gemeinsam zu Tischen, Sitzbänken, Fußballtoren und Tischtennisplatten zu verarbeiten.

Gleichzeitig hat die Ückendorfer Initiative BallerZ die Kirche in eine Basketball-Court verwandelt, der wöchentlich zum gemeinsamen Spiel einlud. In unseren monatlichen Upcycling-Workshops entstanden Kreationen, gebaut aus recycelten Materialien, umgesetzt von Menschen aus dem Viertel. Unser Ziel: den Platz als echten Ort des Zusammenkommens für Ückendorf zu entwickeln; nicht als fertig gestalteten Raum von außen, sondern als etwas, das mit und von der Nachbarschaft entsteht.

Den Abschluss bildete der Kreativmarkt, bei dem sich die Kirche für einen Tag in einen lebendigen Marktplatz für handgefertigte Unikate, Design, Schmuck, Upcycling und bildende Kunst aus dem gesamten Ruhrgebiet verwandelte. Mitgemacht haben neben die vielfältigen Künstlern auch das Foodsharing Gelsenkirchen und der lokale Tierschutzverein, die den Tag mit geretteten Lebensmitteln und Waffeln bereicherten.

Die Veranstaltung war Teil des Warm-up-Programms der Manifesta 16 Ruhr, der europäischen nomadischen Biennale, die vom 21. Juni bis zum 4. Oktober 2026 im Ruhrgebiet stattfindet. Wir freuen uns sehr auf den Sommer und darauf, was aus diesem Platz noch wird.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden, Kreativen und Besucher*innen, die diese Monate möglich gemacht haben!

#UPSTJOSEF #Manifesta16Ruhr #lalaruhr #thinklandscape

Mit dem Kreativmarkt am 28.02.2026, geht unsere Zusammenarbeit mit der Manifest zu Ende. Ein toller Abschluss unseres Programmes! (c) Johannes Zell


Abschluss #UPSTJOSEF: Upcycling und Kreativmarkt mit der MANIFESTA 16 RUHR

upcycling und kreativmarkt mit der MANIFESTA RUHR

Abschluss #UPSTJOSEF: Upcycling- und Kreativmarkt am 28. Februar!

Am 28. Februar verwandeln lala.ruhr und die Manifesta 16 Ruhr von 12.00 bis 18.00 Uhr die ehemalige St. Josef Kirche in Gelsenkirchen in einen lebendigen Marktplatz! Das ist eine großartige Gelegenheit, um zu erleben, wie leerstehende Kirchenräume durch Kunst und Gemeinschaftsprojekte als offene Begegnungsorte wiederbelebt werden können! Vor der beeindruckenden Kulisse des Kirchenschiffs findet ihr handgefertigte Unikate, Schmuck, Upcycling und bildende Kunst von Künstler*innen aus dem gesamten Revier.

Die Veranstaltung ist der Abschluss unserer Workshopreihe #UPSTJOSEF und Teil des Warm-up-Programms der Manifesta 16 Ruhr. Das Hauptprogramm der Manifesta 16 Ruhr findet vom 21. Juni bis 4. Oktober 2026 in mehreren Städten des Ruhrgebiets statt und macht dabei aus leerstehenden Kirchen, Orte für Kunst und neue Perspektiven.

Hier gibt es mehr Infos zum Manifesta 16 Ruhr Warm-up-Programm.

#UPSTJOSEF No5: die manifesta & lala.ruhr suchen kreative köpfe aus dem ruhrgebiet!


#UPSTJOSEF - Ein Upgrade durch Gemeinschaft

#UPSTJOSEF - Ein Upgrade durch Gemeinschaft

Das vorbereitende Programm der internationalen Kunstbiennale Manifesta 16 Ruhr um und in der ehemaligen St. Josef Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf hat begonnen!

In enger Zusammenarbeit mit der Manifesta startet damit unsere monatliche Workshop-Reihe #UPSTJOSEF. Der Platz neben der St. Josef Kirche wird nach und nach mit Anwohner*innen und allen Interessierten umgestaltet. Sitzbänke, Tische, Farbgestaltung, Spielmöglichkeiten, Hochbeete und vieles mehr werden aus recycleten Materielien gemeinsam geplant und gebaut. Ein Upcycling-Upgrade durch Gemeinschaft!

Die Ückendorfer Initiative Social BallerZ verwandelte zusätzlich den Platz und den Innenraum der ehemaligen Kirche in einen temporären Basketballcourt. Das Gelsenkirchener Projekt promotet Teamgeist, Inklusion und Bewegungsfreude durch die gemeinsame Freude am Basketball.

Der Platz und der Kirchenraum werden damit ein Ort neuer nachbarschaftlicher Zusammenarbeit: Mit #UPSTJOSEF entsteht ein Ort, der neu belebt wird: aus dem Leerstand wird ein Platz für gemeinsames Gestalten, Bewegung und Dialog.

Danke an alle, die dabei waren und den Auftakt so lebendig gemacht haben! Der nächste Termin ist am 12. Dezember 2025. Meldet euch unter up-st-josef@lala.ruhr! Kommt vorbei, macht mit! Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Manifesta Biennial ist eine internationale Kunstbiennale, die im nächsten Jahr rund um elf weiteren ehmaligen Kichen im Ruhrgebiet Kunst, Stadtraum und die Bewohner mit einem umfangreichen Programm bespielen wird.

Fotos: Johannes Zell, Sebastian Schlecht, BallerZ

#UPSTJOSEF – Ein Upgrade durch Gemeinschaft rund um die ehemalige Kirche St. Josef in Ückendorf im Rahmen des Vorprogrammes der MANIFESTA 16 RUHR


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