
Join our Virtual Lunchtalk within the The Festival of the New European Bauhaus 2026!
Ein Rückblick auf unseren virtuellen Lunch-Talk im Rahmen des New European Bauhaus Festival 2026 mit Experten von MANIFESTA 16 RUHR, der Technischen Universität Dortmund, der Stiftung Zollverein und der Rutgers University.
Mit Blick auf die Tradition der Ruhrmetropole, aus der Leere heraus zu wachsen, begeben wir uns vom industriellen Erbe in die dynamischen Stadtviertel, wo der Bedarf an Veränderung nach wie vor drängt. Wir sprechen über unterschiedliche Perspektiven des Wandels und ihre Zukunftsperspektiven und werfen dabei einen erweiterten Blick auf die Rolle ehemaliger Kirchen als Katalysatoren für den Wandel in den lokalen Gemeinschaften.
(Die Veranstaltung ist in Englisch und wurde am 12. Juni 2026 aufgezeichnet)
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Der Lunch-Talk beleuchtete zwei unterschiedliche Aspekte der Region, die trotz ihrer Unterschiede eine wesentliche Gemeinsamkeit aufweisen: Beide (Die Industrieanlagen und die Kirchenräume) verweisen auf eine Leere, die zwar eindeutig ein spezifisches Problem darstellt, aber auch als Aufruf zur Revitalisierung, Neuinterpretation und (re-)aktiven Nutzung gesehen werden darf.
Ein aktueller Impulsgeber für diese Diskussion ist die urbane Vision für die Manifesta 16 Ruhr, die der Architekt und Autor Josep Bohigas vorstellte. Als externer Beobachter hat er sich in den letzten Jahren intensiv mit dem ehemaligen Kohle- und Stahlrevier auseinandergesetzt. Seine Perspektive bietet einen erfrischenden Blick auf das Ruhrgebiet, seine Stadtviertel und sein zukünftiges Entwicklungspotenzial.
Die zentrale Erkenntnis dabei ist, dass der Wandel dort besonders dringlich wird, wo soziale Bedürfnisse, funktionale Anforderungen und spezifische lokale Notwendigkeiten aufeinandertreffen.
Die Lücke, die die ehemalige Industrie im Ruhrgebiet hinterlassen hat, bestand nicht nur im Verschwinden traditioneller Produktionsformen. Vielmehr hinterließ sie ein komplexes Erbe aus strukturellen Herausforderungen, großräumigen Umweltbelastungen und sozialer Unsicherheit. Gleichzeitig eröffneten diese Umbrüche neue Handlungsmöglichkeiten, als ein Beispiel das UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein, die das Ruhrgebiet bis heute als Laboratorium des Wandels prägen.
In dieser Veranstaltung verbinden wir das Thema der „unterirdischen“ Leere industrieller Anlagen mit dem Umgang mit einer Vielzahl ausgedienter “überirdischer” christlicher Kirchen. Veränderungen in der Religionsausübung führen dazu, dass bestehende Gebäude ihre ursprüngliche Funktion verlieren, was eine nicht leicht zu füllen de Lücke erzeugt, aber auch die Entwicklung neuer Nutzungskonzepte und neuer Wege zur Interpretation ihrer Bedeutung erforderlich macht. Diese Prozesse sind geprägt von komplexen Gefühlen des Abschieds, der Unsicherheit, der Hoffnung und der Neuorientierung. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass Räume der Gemeinschaft nach wie vor gebraucht werden – auch dort, wo Gemeinschaft nicht mehr in erster Linie nach religiösen Gesichtspunkten organisiert ist.
Vor diesem Hintergrund befasst sich dieser Beitrag damit, wie Leerstand sinnvoll interpretiert und in nachhaltige Formen des Zusammenlebens umgewandelt werden kann und wie sich Stadtviertel bedürfnisgerecht entwickeln können, wenn alte Strukturen abgebaut werden und neue erst schrittweise und meist durch innovative Prozesse entstehen.
Im Spannungsfeld zwischen Industriestandorten, die mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden, der regionalen Geschichte, dem dringenden Handlungsbedarf und den Bedürfnissen der lokalen Stadtviertel und ihrer Gemeinschaften untersucht diese Diskussion, wie sich die Region in Zukunft weiterentwickeln kann – und wie bestehende Leerstände in Chancen und neues soziales, räumliches und kulturelles Potenzial umgewandelt werden können.
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