UNTER EINEM DACH - Thementag 'Wir ist Zukunft' am Museum Folkwang

UNTER EINEM DACH - Ein Thementag zur Ausstellung 'Wir ist Zukunft' am Museum Folkwang

SAMSTAG, 24. FEBRUAR 2024, 11 – 16 UHR

Die Ausstellung ‘Wir ist Zukunft. Visionen neuer Gemeinschaften’ zeigt im Museum Folkwang in Essen künstlerische Utopien des Zusammenlebens von der Lebensreform um 1900 bis zur Gegenwart. Anlässlich der Ausstellung möchten wir darüber nachdenken, wie wir zukünftig zusammenleben wollen und was Gemeinschaft stiftet. Welche Voraussetzungen braucht es dafür, architektonisch, städtebaulich, ökologisch und politisch? Welche historischen und gegenwärtigen Vorbilder können uns eine Richtschnur geben?

Nach einer Führung durch die Ausstellung fand ein Workshop inklusive Stadtspaziergang statt, an den nach einer gemeinsamen
Mittagspause ein architekturhistorischer Vortrag und ein moderiertes Expert:innengespräch anschloss. Bei Fragen nach dem künftigen Zusammenleben von Mensch, Tier- und Pflanzenwelt in der gebauten Umwelt, legten wir einen besonderen Fokus auf das Ruhrgebiet. Neben Expert:innen aus den Bereichen Städtebau, Neue Wohnformen und Stadtökologie kamen auch Bewohner:innen von beispielhaften Projekten zu Wort. Der Tag war offen für alle und lebte von den Ideen und Beiträgen der Teilnehmenden.

PROGRAMM

TEIL 1
11 Uhr | Kuratorinnenführung durch die Ausstellung Wir ist Zukunft. Visionen neuer Gemeinschaften mit Antonina Krezdorn
Treffpunkt: Foyer Museum Folkwang

12 Uhr | Workshop für Familien Die Stadt ist eine gute Wohnung – Wie können wir gut zusammen leben?
Mit Annette Bathen (die Urbanisten e. V.) und Sebastian Schlecht (lala.ruhr)
Angelehnt an die These von Bruno Taut Die Erde – eine gute Wohnung erkunden wir mit offenen Augen die Stadt um das Museum und entdecken dabei verschiedene Formen des (bio-)diversen Zusammenlebens. Aus Fundstücken, Skizzen, Fotos und Wegnotizen entsteht danach im Museum ein Abbild der Ideen der Teilnehmer:innen über die vernetzten Gemeinschaften der Gegenwart. Abschließend können wir uns in der Mittagspause über neue Formen des Zusammenlebens austauschen.
Ort: Salon Folkwang

14 Uhr | Gemeinsames Mittagessen im Salon Folkwang

TEIL 2
14:30 Uhr | Gemeinschaftliche Wohnformen der europäischen Architekturgeschichte
Vortrag von Anna Kloke (TU Dortmund)

15 Uhr | Gespräch: Unter einem Dach
Moderation: Sebastian Schlecht (lala.ruhr)
Mit Anna Kloke, Manuel Färber, Politik und Wirtschaftswissenschaftler,  WohnBund-beratung NRW und Peter Keil (Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e. V.)
Ort: Salon Folkwang

Teilnahme: kostenfrei (inkl. Essen und Getränke)
Anmeldung für Teil 1 unter: info@museum-folkwang.essen.de

Konzeption: Anna Kloke, TU Dortmund Sebastian Schlecht, lala.ruhr in Zusammenarbeit mit Peter Daners, Museum Folkwang

Programm und Anmeldung

Superstudio 
Gli Atti Fondamentali, Vita (Supersuperficie). Frutta e vino, 1971
Collage und Druck auf Papier
Centre Pompidou, Paris, Musée national d’art moderne/Centre de création industrielle
Achat, 2000
© Superstudio
Foto: bpk/CNAC-MNAM/Georges Meguerditchian


Eine Agora für das Future City Festival 2023!

Eine Agora für die Future City!

Unter dem Motto #ZUKUNFTZUSAMMENBAUEN fanden im Rahmen des dritten Future City Festivals viele verschiedene Workshops für Kinder und Jugendliche rund um das Maschinenhaus Essen statt. 14 Tage lang wurde gebaut, gemalt, genäht, getanzt, diskutiert, gedichtet, und vieles mehr. Und es gab viel Raum, die eigenen Ideen umzusetzen und Neues auszuprobieren.

Das Festival ist ein Projekt des Theater der kommenden Generationen. Mit der Unterstützung der Junior Uni Essen haben Sebastian Schlecht und Susanne Priebs für lala.ruhr einen Workshop auf dem Future-City-Festival konzipiert und durchgeführt, indem eine Agora als zentraler Ort der Future City gebaut wurde.

Wichtig für eine Stadt ist ein Ort des Zusammenkommens, der Debatte, des Austausches, der Präsentation von Ideen, Musik, Tanz, Poetry, und ganz konkret für das Parlament der Future City. 10 Kinder und Jugendliche haben diesen Ort in 4 Tagen selber gebaut. Aus alten Palletten und Restholz ist eine Agora für die Stadt der Zukunft entstanden. Eine Agora? Ein Parlament? Eine Bühne? Ein Theater? Eine Arena? Dieser Ort ist all das zusammen!

Unsere Agora hat auch eine Bühne, bildet aber im Wesentlichen einen Kreis aus dreistufigen Sitz-Tribünen, der etwa 60 Personen Platz bietet. Es gibt mehrere Eingänge und der Kreis öffnet sich in alle Richtungen. Das ermöglicht jederzeit eine Teilnahme oder auch einen Ausweg. Die Bühne kann sowohl als Szenenfläche oder als Sitzgelegenheit genutzt werden, um den Kreis zu schließen – eine Arena entsteht. Die Teilnehmer:innen sitzen sich gegenüber, wodurch eine Kommunikation untereinander entsteht. Ganz bewusst sind auf der Tribüne auch Pflanzen, um zu der Diversität der menschlichen Teilnehmer:innen auf die Rolle der Natur in einer Stadt aufmerksam zu machen. So sollen, vertreten durch 5 pflanzliche Parlamentarier:innen, auch andere Lebewesen ihren Platz in der Future City bekommen.

Die Teilnehmer:innen haben Ihren eigenen Ort geschaffen, an dem auch schon während des Festivals über Fragen der temporären Future City entschieden wurde. Zudem wurden in dem viertägigen Workshop auch ganz konkrete Fertigkeiten erlernt und angewendet: es wurde gesägt, geschraubt, genagelt und gestaltet – und eben gemeinsam diskutiert und entschieden. 10 junge Menschen zwischen 10 und 14 Jahren haben so mit Ihren eigenen Fertigkeiten und alten Holzpalletten ein Parlament für die 60 Bürger:innen der Stadt errichtet, Pflanzen ausgesucht, ihnen ein Platz und den Tribünen einen Namen und eine Identität gegeben. Selbstgestaltetet Masten und Fahnen verbinden die Tribünen untereinander und bilden ein weiteres Symbol für Vielfalt und Gemeinschaft.

Wir freuen uns darauf, dass die Junior-Uni Essen und das Maschinenhaus Essen diesen Ort auch für weitere Aktionen nutzen möchte!

Susanne Priebs und Sebastian Schlecht, August 2023

Fotos: Young-Soo Chang, Alia, Sebastian Schlecht, Maschienenhaus Essen, lala.ruhr

 

 

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Eine Agora? Ein Parlamernt? EinTheater? Eine Arena? Eine Bühne? Ein Ort für das Alles! (c) Young-Soo Chang


Biennale 2022 - Rückblick auf eine erfolgreiche Premiere

Biennale 2022
- Rückblick auf eine erfolgreiche Premiere

Vom 10.-24. September 2022 zog die erste Biennale der urbanen Landschaft Graswurzel-Initiativen genauso an wie die großen Player der Planung. lala.ruhr hatte Motivierte aller Disziplinen zu diesem Festival eingeladen. 204 Mitwirkende boten gemeinsam über 130 Veranstaltungen im und am Wissenschaftspark in Gelsenkirchen.

Das Programm und die Ergebnisse dieser ereignisreichen und intensiven 1. Biennale der urbanen Landschaft in der Metropole Ruhr findet ihr nun mit Videos, Fotos und Berichten auf der Biennale-Webseite.

Danke an alle, die dabei waren, mitgeplant, mitdiskutiert, mitgebaut, mitgefördert und mitgefeiert haben. Das konnten wir nur gemeinsam!

rückblick

Zukunft braucht Baukultur

Zukunft braucht
Baukultur

Baukultur NRW engagierte sich mit vielfältigen Programmpunkten bei der ersten Biennale der urbanen Landschaft: Diskussionen und Workshops, Ausstellungen, ein Baukultur-Garten, internationalen Kooperationen und der temporäre Stadtentwicklungs-Pavillon „a-circus“. Diesen hatten Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf im Laufe des Festivals auf dem Gelände am Wissenschaftspark Gelsenkirchen errichtet. Der Pavillon „a-circus“ symbolisierte auf der Biennale deutlich sichtbar die transformativen Kräfte der urbanen Landschaft. Im Sinne seines temporären Wesens reist „a-circus“, spannt sein Zelt immer in einer neuen Umgebung auf, offenbart dort kurzfristig eine fantastische Welt – und zieht später weiter. Er ist ein konkreter Ort – wenn auch auf Zeit, der bei der Biennale Ausstellungsraum, Forum für Dialoge sowie ein Laboratorium für nachhaltige Stadtentwicklung wurde.

Verständnis für grüne Städte
Eine Stadt besteht nicht nur aus Häusern, sondern auch aus dem vielfältigen Leben dazwischen. Wie plant und baut man dafür? Eine gerechte, lebenswerte und zukunftsfähige urbane Landschaft ist eine Frage der Gestaltung und damit ein wichtiges Anliegen der Baukultur. Die Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Fragen ist relevant für die Zukunft. Damit eine grüne Zukunft wachsen kann, wurde der Baukultur-Garten im Rahmen der Biennale zum Symbol und zu einem Statement für die (grüne) Baukultur. Grün in der Stadt kann vieles bewirken, und wichtig ist dafür eine aktive Auseinandersetzung mit der Natur. Nur dadurch kann ein gemeinsames Verständnis einer grünen, gerechten und lebenswerten Stadt entstehen. Die Hochbeete hatte Baukultur NRW in einer Kooperation mit dem Grünlabor Hugo gebaut und bepflanzt, sie standen bei der Biennale für Austausch und urbane Produktion. Kräuter, Salate und Gemüse wuchsen dort und boten einen Rahmen für die aktuelle Baukulturdebatte rund um die grüne Stadt.
In Kooperation mit der Königlich Dänischen Botschaft präsentierte Baukultur NRW außerdem die Ausstellung „Lebenswerte Stadt“ zum ersten Mal in Deutschland, die in Zusammenarbeit mit dem Dänischen Institut für Stadtplanung entwickelt wurde. Die Ausstellung stellt 28 gelungene Beispiele von Architektur und Städteplanung aus Dänemark vor und wirft dabei bewusst einen Blick auf Projekte außerhalb der größten Städte.

Wird das Stadtgrün zum Pflegefall?
Einen vielseitigen Blick hat Baukultur NRW auch im weiteren Programm auf die grüne und gerechte Stadt geworfen. In Kooperation mit dem Kubia e.V. und den in Kopenhagen ansässigen Architekt:innen Dominique & Serena ging es in einem Workshop darum, städtische Räume und Infrastrukturen inklusiv für jede Generation zu gestalten.
Damit das Grün in die Stadt kommt, muss es bereits zu Beginn eines jeden Projekts mitgedacht werden – und zwar bevor die Planung beginnt: in der Phase 0 der Stadtgestaltung. Auch zu dieser Frage lud Baukultur NRW in den Pavillon „a-circus“ ein. An anderen Tagen ging es um die Gesundheit der Stadtbewohner:innen unter den Gesichtspunkten „Das Grün in der Pflege“ sowie auch aus der Perspektive der Natur: „Wird das Stadtgrün zum Pflegefall?“ In der Stadtplanung sind Abwägungen von Kosten und Nutzen zentrale Elemente, aber was „nützt“ das Grün in der Stadt, was kostet es? Besonders unter den Auswirkungen des Klimawandels rückten diese Fragen weiter in den Fokus der Diskussion.

Exkursionen in die grüne Region
Das Format „Baukultur vernetzt auf Tour“ des Netzwerks der Baukultur-Akteur:innen machte bei der Biennale Station in Gelsenkirchen und widmete sich der Landschaft der Metropole Ruhr. Teilnehmer:innen erkundeten mit Urbane Künste Ruhr, der Fotografin Tania Reinicke und der Forststation NRW die Region und nahmen stillgelegte Industrieanlagen, Zukunftsorte, grüne Hinterhöfe und Kunstwerke an der Emscher und in ehemaligen Kirchen in den Fokus

Es ging bei dieser Biennale um nichts Geringeres als „die Frage, wie wir das Ruhrgebiet nicht nur als liebenswert erhalten, sondern auch als lebenswerte Region gestalten können“, formulierte Peter Köddermann, Geschäftsführer Programm von Baukultur NRW.
Längst ist das Grün unserer Städte nicht mehr nur angenehmes Beiwerk, sondern wesentlicher Bestandteil von nachhaltig, gesund und klimagerecht gestalteten Stadträume. Baukultur NRW möchte dazu anregen, über die Gestaltung der Stadträume und die Integration der wichtigen Funktionen des Grüns nachzudenken und diese konkret auszuhandeln. Akteur:innen der Planung, Bürger:innen sowie sonstige Stakeholder und Interessierte müssen gemeinsam nachhaltige Stadträume als Lebensorte entwickeln. Mit Bezug auf die aktuellen klimatischen Entwicklungen in den Städten stellt sich die Frage nach einem neuen Umgang mit Grün und Grünplanung in der Region auch in der Baukultur.

Baukultur NRW engagierte sich mit vielfältigen Programmpunkten bei der ersten Biennale der urbanen Landschaft und regte dazu an, über die Gestaltung der Stadträume und die Integration der wichtigen Funktionen des Grüns nachzudenken.


Die 1. Biennale der urbanen Landschaft setzt neue Maßstäbe

Die 1. Biennale der
urbanen Landschaft
setzt neue Maßstäbe

Zwei Wochen lang zog die erste Biennale der urbanen Landschaft Graswurzel-Initiativen genauso an wie die großen Player der Planung. Die Initiative lala.ruhr hatte Motivierte aller Disziplinen zu diesem Biennale-Festival eingeladen. 204 Mitwirkende bespielten gemeinsam über 130 Veranstaltungen im und am Wissenschaftspark in Gelsenkirchen.

Bei der Eröffnung der Biennale der urbanen Landschaft kamen vielen Teilnehmer:innen Erinnerungen hoch. Denn mit der Einladung in den Wissenschaftspark Gelsenkirchen startete die Veranstaltung genau dort, wo vor über 30 Jahren die IBA Emscher Park ihre Arbeit aufnahm. Damals war es der Start in eine neue Ära. Gleiches gelingt der ersten Biennale: Sie brachte über 200 Mitwirkende zusammen und ermöglichte Begegnungen, Diskussionen und Aktionen. Dabei waren
Macher:innen von Nachbarschaftsprojekten genauso wie Geschäftsführende der IGA 2027; junge Studierende ebenso wie Staatssekretäre und Wissenschaftler:innen. Viele dieser Engagierten haben im Alltag wenig Berührungspunkte miteinander. Leider, denn alle eint, dass sie sich für die Zukunft der urbanen Landschaft in der Metropole Ruhr einsetzen.

Der Wissenschaftspark als Zentrum der Biennale
Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen war über zwei Wochen das Zentrum der Biennale und damit Wirkungsstätte der unterschiedlichsten Akteur:innen. Dass viele Veranstaltungen draußen im Park stattfanden, war kein Zufall, vielmehr Symbol. Denn im Mittelpunkt der Biennale stand die Landschaft. Zur Auseinandersetzung über die urbane Zukunft hatte die Initiative lala.ruhr – Das Labor für die Landschaft der Metropole Ruhr eingeladen. In verschiedenen Calls hatte sie „in den urbanen Wald“ gerufen und ein riesiges Echo von Engagierten und Macher:innen bekommen. Sie alle kamen mit kreativen, wissenschaftlichen, künstlerischen und vor allem anpackenden Ideen und Projekten. Damit gestalteten sie über 130 Veranstaltungen, die alle zwischen dem 10. und 24. September 2022 im und rund um den Wissenschaftspark stattfanden.

Wochenende der Vielfalt macht den Auftakt
Bereits das Auftaktwochenende stand im Zeichen von Veränderung. Denn bei der Biennale ging es um nichts Geringeres als die Frage, „wie wir das Ruhrgebiet als lebenswerte Region gestalten können“, wie Peter Köddermann von Baukultur NRW sagte. Diese große Frage regte zahlreiche Debatten an, die mit Ernsthaftigkeit und Offenheit, mit Visionskraft und Realitätssinn geführt wurden. Sowohl im Park als auch in den Arkaden des Wissenschaftsparks wurde ein Wochenende lang gebaut und experimentiert, Strategien diskutiert und nach Ursachen für Probleme und Hindernisse der Weiterentwicklung gesucht. Dabei tat das Regenwetter am Samstag der Beteiligung an Workshops, Vorträgen, Diskussionen und Mitmach-Aktionen keinen Abbruch. Der sonnige Sonntag war ideal für Exkursionen, Workshops und das Jazzkonzert der Brassholes Marching Band, eine Kooperation mit dem New Colours Festival.

Ausflug ins Digitale
In der zweiten Woche gab es viel Input und Output zum idealen  Zusammenspiel von Digitalität und Stadtgestaltung. Im Zentrum stand  die Frage, wie digitale Technologien dabei helfen können, eine  nachhaltige Stadt zu entwickeln. Insgesamt arbeiteten 20 Young  Professionals und Studierende aus ganz Europa – u.a. den  Niederlanden, Großbritannien, Slowenien und Frankreich im Rahmen  eines „hackathon in residence“ zusammen. Ihre Expertise reicht von  3D-Animation, Game-Design, Fotografie und VR-Programmierung über  Stadtplanung und Landschaftsarchitektur bis zu Datenanalyse. Sie  entwarfen in vier Teams Ideen für nachhaltige Entwicklungen im  urbanen Raum. Und der lag vor der Tür. Die Residencies setzten sich  konkret und direkt vor der Tür des Wissenschaftsparks mit  problematischen Orten und Flächen in Gelsenkirchen-Ückendorf  auseinander. Brachflächen, Hitzeinsel und Straßenschlucht wie es sie  auch in anderen Städten gibt, warteten auf ihre digitale Transformation. 

Visionen von Studierenden
Auch junge internationale Vertreter:innen planender und gestaltender Disziplinen kamen auf der Biennale zusammen. Das Motto „Design for Urban Uncertainties“ forderte die interdisziplinär arbeitenden Gruppen mit Studierenden der TU Dortmund, der TH Ostwestfalen-Lippe  und der RWTH Aachen University heraus. Während einige Teams die  offene Aufgabe vor Ort in Gelsenkirchen-Ückendorf bearbeiteten und konkrete Ideen zur Verbesserung des Stadtteils entwarfen, blieben andere Arbeiten auf größerer Flughöhe. Sie nahmen die gesamte Metropole Ruhr in den Blick und skizzierten Szenarien wie die ehemalige Industrieregion zur Energieregion werden kann. Die Bandbreite von Ideen, Visionen und Beiträgen war riesig. Sie alle waren relevant; sie alle machten deutlich, auf wie vielen Ebenen Handlungsbedarf besteht. 

Eine Convention zum Abschluss 
Das letzte Wochenende der Biennale stand im Zeichen einer Convention  zur urbanen Zukunft. Auch hier kamen zahlreiche Akteur:innen aus verschiedenen Kontexten zusammen und die Impulse, Fragestellungen  und Diskussionen waren breit gefächert. Sie reichten von den Ideen der Studierenden, Natur basierten Lösungen für Städte über mangelnde Budgets in der Pflege von Grünflächen bis zum riesigen CO2-Verbrauch in der Bauindustrie; von der Wertschätzung für existierende Pläne bis zur Frustration über Hindernisse, von der Aktivierung kreativer,  bottom-up-Potenziale bis zur Skepsis gegenüber Experimenten. Trotz der großen Bandbreite von Sichtweisen machte die Convention der  Biennale der urbanen Landschaft deutlich, dass enormer Handlungsdruck besteht. Alle waren sich einig, dass aktuelle Krisen und der fortschreitende Klimawandel die urbane Lebenswelt bedrohen. Deshalb appellierte Anja Bierwirth vom Wuppertal Institut auch schnell zu handeln: „Je mehr wir trödeln, umso schneller kommt der  Klimawandel auf uns zu“. Dass es „an programmatischen Ansätzen für Veränderungen“ nicht fehlt, machte Markus Lehrmann als Geschäftsführer der Architektenkammer NRW deutlich. Vielmehr stockt es vielerorts an der Umsetzung. Dass sich das nun ändern würde, stellte Nina Frense vom Regionalverband Ruhr in Aussicht. Sie  berichtete, dass die „Charta für Grüne Infrastruktur“ im  Ruhrparlament einstimmig verabschiedet worden sei und damit eine neue Verbindlichkeit entstünde. Der langjährige Begleiter der  Region, Michael Schwarze-Rodrian, ging einen Schritt weiter. Er blickte auf die IBA Emscher Park und regte an: „Vielleicht brauchen wir wieder einen Werkstattcharakter, also die Offenheit für neue  Herangehensweisen, den Mut zum Experimentieren und auch Fehler zu machen.“  

Den Abschluss bildete ein „Blick zurück nach vorn” über die Bedeutung regionaler Formate für die Metropole Ruhr und ein Ausblick auf die Zukunft urbaner Landschaften für lebenswerte Städte – auch in 100 Jahren. Prof. Christa Reicher resümierte: „Das Ruhrgebiet hat schon einige regionale Formate erfolgreich umgesetzt. Die Biennale  der urbanen Landschaft ist das richtige Format, um wichtige neue Perspektiven zu entwickeln.”

Ausblick auf nächste Biennalen
Am Ende von zwei intensiven und spannenden Wochen zeigte sich  Sebastian Schlecht als Initiator von lala.ruhr sehr zufrieden. „Es ist uns gelungen, sehr ernsthafte Themen mit Spaß und vielen engagierten Menschen zu erörtern. Das ist uns ein wichtiges  Anliegen. Dabei war diese erste Biennale der urbanen Landschaft der Auftakt”, fügt Sebastian Schlecht hinzu. Die Biennale ist als Prozess konzipiert und es sei ein erster und erfolgreicher Startschuss gelungen. Mit großer Freude blicke er auf 2024 und lädt  alle ein, die nächste Biennale und vor allem die Zukunft dieser Region mitzugestalten. 

Urbane Landschaft als Gemeinschaftsaufgabe
Eine Region als resiliente und lebenswerte urbane Landschaft zu gestalten, ist nicht einfach. Das hat die 1. Biennale deutlich gemacht. Sie hat aber vor allem auch gezeigt, dass das nicht im Alleingang gelingen kann. Die Biennale plädierte nicht nur für Kooperation, sondern sie hat sie gelebt. Denn die Veranstaltung war nur möglich durch die Unterstützung von Baukultur NRW, vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW, vom Regionalverband Ruhr sowie der E.ON Stiftung. Sie alle ermöglichten mit ihrer Förderung dieses großartige und innovative Festival. Der  Wissenschaftspark Gelsenkirchen war gleichzeitig Partner und Veranstaltungszentrum. 

Viele weitere Menschen, Unternehmen und Institutionen trugen zur Biennale bei. Dazu gehören u.a. die Architektenkammer NRW, die Bundesstiftung Baukultur, die IGA Metropole Ruhr 2027, der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, City Decks, die Urbanisten,  Architects for Future, ICLEI Europa, Impact Factory, Jugend Architektur-Stadt, kultur.west, die Kunstakademie Düsseldorf, die  Königlich Dänische Botschaft Berlin, Places _ VR Festival, die Ruhr Konferenz, die RWTH Aachen University, Salon5, die Stiftung  Mercator, die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe und die TU Dortmund, die Urbane Liga.

Pressematerial mit Videos, Fotos, Logos und Grafiken

Pressematerial

Fotos: lala.ruhr/Ole-Kristian Heyer bzw. lala.ruhr/Ravi Sejk Videos: Jerome Chauvistré


Biennale kann auch Convention

Biennale
kann auch
Convention

Am letzten Wochenende der 1. Biennale der urbanen Landschaft brachten zahlreiche Expert:innen wichtige Impulse in die Diskussion um die Zukunft der Metropole Ruhr. Die Biennale hatte zum Abschluss zu einer Convention eingeladen. So konventionell das Format klingt, so aufrüttelnd waren die Inhalte.

Zum Auftakt der Convention kündigte Sebastian Schlecht an, dass auf der Biennale ernsthafte Themen mit Spass diskutiert würden. Das gelang sogar auf der Convention am Ende der zweiwöchigen Veranstaltung. In vielen verschiedenen Runden kamen zahlreiche Themen auf den Tisch: vom Klimawandel und dessen Bedrohung für die urbane Landschaft, von der Vielfalt an existierenden Ideen für die Metropole Ruhr und den Hindernissen bei der Umsetzung, von Engagierten in der Stadt, die mit „das geht nicht“ abgeschmettert werden bis zum Ruf nach einer Werkstatt, die offen ist für Experimente und Fehler erlaubt.

Studentische Visionen
Den Auftakt der Convention machte die Präsentation studentischer Arbeiten. In insgesamt acht Gruppen hatten Studierende der RWTH Aachen, der TU Dortmund und der TH Ost-Westfalen-Lippe auf der Biennale eine Woche zusammen gearbeitet. In disziplinär gemischten Teams suchten angehende Raumplaner:innen, Stadtplaner:innen und Landschaftsarchitekt:innen Lösungen für „Urban Uncertainties“. 

Mit dieser offenen Aufgabenstellung machten sie sich auf die Suche nach Ansätzen für den Erhalt der Lebensqualität der Metropole Ruhr. Während einige Gruppen auf einen konzeptionellen Maßstab abhoben und die Besonderheiten der polyzentrischen Region in eine neue Zukunft führten, blieben andere konkreter. Sie machten Vorschläge für das direkte Umfeld des Biennale-Veranstaltungsortes. Sie entwarfen Pocket-Parks für Gelsenkirchen-Ückendorf oder werteten den öffentlichen Raum so auf, dass er zu einem gesunden und lehrreichen Lebensumfeld für Kinder wird. Denn schließlich sind „Children of today […] adults of tomorrow“. Eine andere Gruppe suchte den Weg ins Digitale und entwarf eine App, die die Kommunikation zwischen Bürger:innen und Stadtverwaltungen verbessert. Ein weiteres Team zeichnete neben einem Idealbild von Stadt auch ein düsteres Szenario; eine Ermahnung an alle, die aktuellen Herausforderungen wirklich ernst zu nehmen.

Die Zukunft braucht gemeinsames Wirken
Auf die Ernsthaftigkeit der anstehenden Krisen und den aktuellen Handlungsdruck verwiesen auch Expert:innen einer Diskussionsrunde. In dieser rüttelte Markus Lehrmann als Geschäftsführer der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen auf: „Der Klimawandel ist nichts Neues, das ist die schlimmste Erkenntnis. Wir wissen seit 40 bis 50 Jahren davon und ändern nichts.“ 

Und welche wichtige Rolle die Landschaftsarchitektur im Umgang mit den aktuellen Herausforderungen spielt, machte Thomas Dietrich als Vorsitzender des BDLA NRW deutlich und lobte die Biennale. Sie richte den Blick auf das Grün, „das in allen Bereichen relevant ist. Es kommt in allen Handlungsfeldern vor: in der Klimaanpassung, in der Schaffung sozialer Gerechtigkeit, im Umgang mit Demografie.“ Im Workshop Pflegefall Grün stellte er aber auch klar, dass Grün nur Lösung von Problemen im urbanen Raum sein kann, wenn es auch gepflegt wird. Und das ist ein Problem, wie Melanie Ihlenfeld von Grün und Gruga Essen beschrieb: „Wir kommen nur der Verkehrssicherungspflicht nach; mehr nicht. So sehen die Grünflächen auch aus. Grün ist zur Pflichtaufgabe verkommen“. Die Mitdiskutanten waren sich einig, dass die Finanzierung von Pflege neu konzipiert werden muss, was einer verfassungsrechtlichen Neukonzeption bedarf. Den Blick in die Politik richtete auch Markus Lehrmann. Nach seiner Meinung ist „niemand […] ideenlos und programmatische Ansätze sind da, aber sie müssen in der Politik und beim Gesetzgeber ankommen“. Schließlich appellierte Susanne Priebs von der TU Dortmund nochmal: „Wir brauchen neue Diskurse über Stadt, wie Architects for Future und lala.ruhr sie anstoßen“ – also ein Lob für die erste Biennale der urbanen Landschaft. 

Wir müssen mehr wagen
Auch Anja Bierwirth vom Wuppertal Institut machte in ihrem Impulsvortrag deutlich, wo Handlungsbedarf ist. Ihr Blick richtete sich dabei zunächst auf den Bau- und Gebäudesektor. Überall konnten Einsparungen erzielt werden, nur in diesem Bereich nicht. Noch immer beanspruchen die Menschen viele Quadratmeter pro Kopf zum Wohnen. Nicht immer sei das Einfamilienhaus aber ein Traum, in manchen Fällen würde es zur Last. Auch Nicht-Wohngebäude bürgen ein Potenzial, erläutert Bierwirth. Wir müssen klären, wie viele wir davon wirklich nutzen und deren Umnutzung vereinfachen. Anja Bierwirth ließ auch nicht aus, auf den öffentlichen Straßenraum und dessen Prägung durch Verkehr zu blicken. Sie nahm Subventionen kritisch in den Blick und appellierte solche abzuschaffen, die einer nachhaltigen urbanen Entwicklung schaden. 

Zum Schluss ihres Inputs forderte die Vertreterin des Wuppertal Instituts, dass „Arbeitsweisen und -prozesse beschleunigt werden. Es müsse alles schneller, einfacher, effizienter werden.“ In diesem Zusammenhang wagte Stephanie Haury vom BBSR sogar zu fordern: „Gebt den Kommunen Geld und löst den Wahnsinn der Förderstrukturen auf“. Vereinfachungen sind auch vonnöten, um die Beiträge von bürgerschaftlichen Initiativen Ernst zu nehmen und wertzuschätzen: „Die kommen zur Verwaltung und dann stockt es. Zwei- bis fünfjährige Prozesse sind der Tod von Initiativen“. Am Ende der Diskussion waren viele einig: Wir brauchen mehr Raum für Experimente und den Mut Fehler zu machen.

Nach vorne gucken
Den letzten Tag der Convention startete Christa Reicher von der RWTH Aachen University mit einem Blick auf die Besonderheiten der Region. Eigentlich sei sie das nachhaltigste Modell der Entwicklung, aber das Ruhrgebiet verbraucht doppelt so viel CO2 wie der Rest von NRW, erläutert sie. Auch sie sieht dringenden Handlungsbedarf und ruft auf: „Solche Formate [wie diese Biennale] müssen wir weiterführen auch bei schrumpfenden Ressourcen. Sie ist eine Bühne für Ansporn und Erfolg, um Beteiligungsprozesse mit top-down-Strategien zu verbinden“. Sie fragt aber auch: „Wie müssen wir uns vernetzen, damit ein kreatives Laboratorium entsteht“. Das wünschten sich auch andere Mitdiskutanten. So sagte Mocki Diller von der Ruhr-Konferenz: „Wir brauchen Offenheit für andere Entwicklungen […]. Wir müssen das Spontane zulassen, auch Bottom-up erlauben“. Ähnliches erachtet auch Andreas Giga, Leiter der Zukunftsinitiative Klima-Werk bei der Emschergenossenschaft für wichtig: „Wir dürfen nicht im Konjunktiv bleiben und immer sagen, ‚wir müssten und sollten‘ und gehen dann auseinander und es passiert nichts“. Von ähnlichen Frustrationen berichtete auch der Vertreter der Ruhrbanen Liga: „Es ist schwierig im Dialog mit Stadt ernst genommen zu werden. Es ist viel Aufwand Politik und Verwaltung zu vermitteln, dass wir in die aktive Stadtgestaltung mit einbezogen werden wollen.“

Auf die Frage, was man in den Koffer für die Reise in die Zukunft packen würde, sagte Peter Köddermann von Baukultur NRW, dass er ihn nicht bestücken würde, „denn wir wissen nicht, wie wir ihn öffnen sollen. Wir haben kein Analyse-, sondern ein Umsetzungsproblem. Es gibt Rahmenbedingungen, denen wir uns stellen müssen, aber unsere Strukturen passen nicht dazu“. Dem stellt Nina Frense vom Regionalverband Ruhr eine positive Aussicht entgegen. Mit der gerade verabschiedeten Charta für Grüne Infrastruktur hätte das Ruhrparlament ein Committment gegeben, „alles was auf dem Tisch liegt auch verbindlich zu machen“. 

Transformation im Ruhrgebiet und andernorts
Die letzte Session der Convention startete mit Berichten von Sanda Lenzholzer von der Uni Wageningen und Carlo Becker aus Berlin. Beide blickten auf andere Regionen und deren Herangehensweisen in der urbanen Transformation. In der anschließenden Diskussion richtete auch Viktor Haase als Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in NRW den Blick über den Tellerrand. Er verwies auf die Katastrophen an Ahr und Erft, „die müssen demütig machen“ und forderte Klimaschutz an erste Stelle zu stellen. „Die Krisen wachsen exponentiell, deshalb brauchen wir auch exponentiell wachsende Lösungen.“

Schließlich machte Daniela Rizzi mit ihrem Blick von außen deutlich, dass es nicht an Engagierten fehlt: „Wenn es Leute vor Ort gibt, die Lust haben, eine solche Veranstaltung zu machen, denen sollte die Regierung die Füße küssen.“ Darüber hinaus erinnerte die Forscherin aus Brasilien, die schon während ihres Studiums ins Ruhrgebiet kam, daran welche großartigen, innovativen Bilder die Region bereits in die Welt gesetzt hat und unterstützt alle Engagierten in der Metropole Ruhr: „Ihr habt alles in der Hand, um es in die Welt zu setzen“. 

Mit diesem aufmunternden Aufruf ging die 1. Biennale der urbanen Landschaft zu Ende. Sebastian Schlecht verwies zum Abschluss darauf, dass sie als Prozess konzipiert ist. „Wir wollen die Biennale weiterentwickeln. Dies war der Startschuss, der in zwei Jahren eine Fortsetzung finden soll.“ 

Die Convention wurde gefördert vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.


Hackathon: Urbane Landschaft neu denken

urbane landschaft
neu denken

Seit Anfang dieser Woche sind in rasanter Geschwindigkeit die vier angetretenen Teams für den „hackathon in residence“ zusammengewachsen. Das Portfolio der 20 Teilnehmenden reicht von 3D-Animation, Game-Design, Fotografie, VR-Programmierung über Städteplanung, (Landschafts-)architektur hin zu Datenanalyse, Konzeption und Projektmanagement. Schlaue und kreative Lösungen für nachhaltige Entwicklung im urbanen Lebensraum ist das umschließende Thema. Der Fokus liegt auf zukunftsfähiger Umgestaltung von insbesondere problembehafteten Flächen im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Vier interdisziplinäre Teams, vier verschiedene Orte, sieben Tage und wahrscheinlich auch sieben Nächte: Der enge Zeitplan für die Umsetzung stellt eine der größten Herausforderungen für die Kreativen dar. Unmittelbar nach dem Teambuilding ging es in die Diskussion zur Ideenfindung. In den bereitgestellten Projekträumen zieren bunte Post-Its und Flip-Charts mit Struktogrammen und Mind Maps die Planwände. Brachflächen, Hitzeinsel und Straßenschlucht stehen bereit für ihre digitale Transformation. Was bereits nach zwei Tagen konzeptionell sichtbar war, spiegelt die facettenreichen Fähigkeiten und die gebündelte Schlagkraft der Young Professionals und Studierenden wider. 

Ückendorf als Projektstandort wird von den Mitwirkenden einhellig als inspirierend und spannend empfunden. Vertreter:innen aus der Schweiz, Österreich, den Niederlanden oder Großbritannien sowie Berlin, Köln, aber auch aus Wanne-Eickel und Gelsenkirchen selbst schätzen das Potenzial, das ihnen dieser Stadtteil für kreatives Freidenken offenbart. Die Biennale der urbanen Landschaft  kann mit den Ergebnissen aus diesem Hackathon und den daraus entwickelten Prototypen und Ideen Multiplikator für andere Städte in der Metropole Ruhr sein, um die Aufgaben, der sich jede umliegende Stadt stellen muss, zukunftsfähig und intelligent geplant, anzugehen.

Hackathon-Ergebnisse am Freitag und Samstag in Ückendorf zu besichtigen

Bereits Freitag werden die finalen Ergebnisse einer vierköpfigen Fach-Jury präsentiert. Dem Gewinnerteam winkt ein Preisgeld von 2.500 Euro. Die Siegerehrung findet um 20 Uhr statt. Freitag ab 15 Uhr sowie Samstag ab 13 Uhr sind auch für die breite Öffentlichkeit diese Projekt-Spots mit den entwickelten Prototypen zu erleben – selbstständig oder in geführten Touren. Startpunkt ist der ausgewiesene Info-Point im hinteren Teil des Wissenschaftsparks. 

An den vier Stationen entlang der Bochumer Straße können Besucherinnen und Besucher mithilfe von VR-Brillen und Klangbegleitung in die Ideenwelt der Kreativen eintauchen. Parallel kann die digitale Erlebnisreise auch von Außenstehenden auf Monitoren mitverfolgt werden. Die Projektteilnehmenden stehen für einen weiteren Austausch vor Ort bereit. Und auch das Rahmenprogramm im und um den Wissenschaftspark lässt sich sehen. Die vielen Vorträge, Infostände und Workshops gibt es in der Übersicht im Biennale-Programm unter:

Programm

Fotos: Ravi Sejk / Medienmalocher

Der Hackathon in Residence wird im Rahmen der biennale der urbanen landschaft unterstützt von der E.ON Stiftung

In Kooperation mit:


Ein Wochenende der Vielfalt

Ein Wochenende
der Vielfalt

Biennale der urbanen Landschaft eint die Motivierten aller Disziplinen: 189 Akteur:innen, von der Graswurzel-Initiative bis zu den großen Playern der Metropole Ruhr gestalten über 130 Veranstaltungen vom 10.-24.9.2022 am Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Nach der gelungenen Eröffnung mit dem „Wochenende der Vielfalt” steht die „Woche der digitalen Realitäten” auf dem Programm. Alle Veranstaltungen und Angebote sind kostenlos.

zur Programm-App

Wer „grün“ sagt muss auch „bunt“ sagen - Stimmen zur Eröffnung am 10./11.9.2022

„Klassische Musik kann rocken“, kommentierte die künstlerische Leiterin des Ensembles Ruhr Anna Betzl-Reitmeier die Performance ihrer Kolleg:innen – und genau das erlebten die etwa 120 Gäste bei der Eröffnung der 1. Biennale der urbanen Landschaft hautnah. Furios und mit Verve leitete ein Sextett des Ensemble Ruhr mit Tschaikowsky in die Biennale ein, die vom 10. bis 24. September 2022 am Wissenschaftspark in Gelsenkirchen stattfindet. Die Musiker:innen in diesem für Kammermusik eher unkonventionellen Umfeld setzten damit den schwungvollen Ton des Wochenendes, der in den Veranstaltungen durchweg spürbar blieb.

Über 180 Akteur:innen werden in diesen Biennale-Wochen gemeinsame Aktionen starten, Best Practice-Beispiele präsentieren und in rege Diskussionen mit Fachleuten und interessiertem Publikum einsteigen.

Zahlreiche von ihnen waren an diesem ersten „Wochenende der Vielfalt“ aktiv. Das Regenwetter am Samstag tat der Beteiligung an Workshops, Vorträgen, Diskussionen und Mitmach-Aktionen keinen Abbruch. Am Sonntag fanden bei strahlendem Sonnenschein weitere Exkursionen, Workshops und das Jazzkonzert der Brassholes Marching Band regen Zulauf.

Auf der Eröffnungsbühne, moderiert durch die lala.ruhr-Initiator:innen Sebastian Schlecht und Melanie Kemner, die auch die Biennale der urbanen Landschaft konzipierten, freute sich der Gelsenkirchener Stadtbaurat Christoph Heidenreich, dass die Stadt Gelsenkirchen Gastgeberin für die Biennale sein darf: „Angesichts des Klimawandels müssen wir weg von den Silos. Das geht heute auch in der Stadtverwaltung nicht mehr.“

Nina Frense, Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur beim Regionalverbandes Ruhr, die den Wandel des Ruhrgebiets und seine derzeitigen Herausforderungen auch im globalen Kontext prägnant zusammenfasste, fügte hinzu: „Unsere Haldenlandschaft zeigt exemplarisch den Umbau unserer Region durch grüne Infrastruktur. Entstanden als Abfallprodukt des Bergbaus können die Halden jetzt Treiber der Energiewende werden, als Standorte für erneuerbare Energien und als Paradebeispiel, wie Erholung, Naturschutz, Windkraft und Photovoltaik an einem Ort zusammen funktionieren können. Dafür brauchen wir kreative Planer:innen und den Mut neue Wege zu gehen, so wie hier auf der Biennale der urbanen Landschaft.“

Die regionale Kraft war an diesem Wochenende klar zu spüren. Das regionale, überregionale und auch internationale Kraftpaket aus Graswurzel-Initiativen, Planer:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen präsentierte die unglaubliche Vielfalt an Engagement für die grüne Stadt der Zukunft ebenso wie die Aktivitäten um die Charta und Strategie Grüne Infrastruktur des Regionalverbands Ruhr, der dieses erste Wochenende der Vielfalt förderte.

Es geht bei dieser Biennale um nichts Geringeres als „die Frage, wie wir das Ruhrgebiet nicht nur als liebenswert erhalten, sondern auch als lebenswerte Region gestalten können“, formulierte Peter Köddermann, Geschäftsführer Programm von Baukultur NRW, bei der Eröffnung.. Und so wurde mit großer Ernsthaftigkeit und Offenheit im lässigen Flair des Außenbereichs und in den Arkaden des Wissenschaftsparks gemeinsam debattiert und diskutiert, gebaut und experimentiert, Ideen ausgetauscht und nach Lösungen für Hindernisse in der Umsetzung gesucht. Das Besondere dabei: Der ungewöhnliche Rahmen und die bewusst offenen Formate schufen eine so einladende Atmosphäre, dass der Austausch zwischen Vertreter:innen völlig unterschiedlicher Disziplinen und fachfremden Interessierten sich äußerst entspannt und inspirierend gestaltete. 

Über 50 Programmpunkte vom Solardach-Check bis zum Naturerlebnisraum für Kinder, vom Acker auf dem Parkhausdach bis zur Halden-Exkursion, vom Upcycling-Workshop bis zur Universitätsforschung zur Energiewende in Deutschland lockten an diesem Wochenende Interessierte und Motivierte aller Disziplinen an. Planer:innen und Landschaftsarchitekt:innen, Umweltbildner:innen und Verwaltungsmitarbeitende, Wissenschaftler:innen und Stadtmacher:innen, aber auch Gäste von nah und fern fanden den Weg zur Festival-Wiese mit Strandkorb aus Paletten und strohgefüllten Kissen. Sie alle eint der Wunsch, mehr zu erfahren über das, was uns allen am meisten unter den Nägeln brennt: Wie wir unsere Städte so schnell wie möglich resilienter und klimaangepasster machen können. Fazit: An Ideen und konkreten Lösungen mangelt es nicht, aber es hapert stellenweise an der Umsetzung.


40 Seiten Biennale - das Magazin zum Event!

40 Seiten Biennale -

das Magazin zum Event!

Zur 1. Biennale der urbanen Landschaft erscheint ein 40-seitiges Magazin, das die bunte Vielfalt der Akteur:innen zeigt, die sich in der Gestaltung der „Stadt von morgen“ engagieren. Das Magazin gibt es ab sofort online und ist ab Samstag in Print auf dem Festivalgelände verfügbar.

Es richtet sich an alle Motivierten und Interessierten und an alle, die es werden wollen. Die Herausforderungen, die der Klimawandel an unsere Städte und an die urbane Landschaft stellt, können nur gemeistert werden, wenn viele an einem Strang ziehen. Die Stimmen dieser „Vielen“ sind in diesem begleitenden Magazin zu hören. Mit dabei sind die lokal und international agierenden Vordenker:innen, die innovative Gedanken und Erkenntnisse aus ihrer Arbeit an der Stadt von morgen teilen. In Rubriken wie „Porträt“ und „Labor“ werden Initiativen, Akteur:innen, Vereine und Best Practice-Beispiele aus dem Ruhrgebiet präsentiert. Im Vier-Fragen-Mini-Interview werden die Kooperationspartner der Biennale zu ihren Ansichten befragt, während in der Rubrik „Point of View“ aus inhaltlich breiterer Perspektive die Themen der Biennale in einen größeren Zusammenhang gestellt werden.

Zusätzlich bringt ein Glossar Klarheit zu neueren Schlagworten und trendigen Buzzwords im Umfeld urbaner Landschaft. Zahlen, Daten, Fakten beleuchten die Frage „Wie grün ist die Industrieregion?“ und eine Pinnwand wirft Schlaglichter auf einige der vielen Initiativen, Unternehmen und Aktivitäten in der Metropole Ruhr, die die urbane Landschaft jeden Tag mitgestalten. Fotografien aus der Ausstellung Mapping the City und ein Slam-Poetry-Text geben einen Geschmack davon, wie die urbane Landschaft in Wort und Bild auf künstlerischer Ebene reflektiert wird.

Magazin online lesen

Ab Samstag, 10. September 2022 auch in Print-Version auf der Biennale der urbanen Landschaft erhältlich.

© Mockup Anthony Boyd Graphics


BIENNALE 2022 - unser Programm ist online!

Unser Programm
ist online

Programmveröffentlichung für die 1. Biennale der urbanen Landschaft
Da ist es, wir haben das Programm für die 1. Biennale der urbanen Landschaft veröffentlicht! Die Biennale findet vom 10. bis zum 24. September 2022 statt und umfasst drei intensive Wochenenden sowie zwei aktive Werkwochen. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Das Programm findet ihr in unserer Biennale-App lala.ruhr/biennale-programm. Hier könnt ihr euch auch für Veranstaltungen mit begrenzter Teilnahmezahl anmelden.

Über die Biennale-App
Mit der Web-App von lala.ruhr sind alle Infos, Programme und Akteur:innen ohne Download und Installation direkt abrufbar. Die App ist für’s  Smartphone optimiert, funktioniert aber auf jedem Endgerät. Praktisch: Die User können sich interessante Programmpunkte markieren und so ihr eigenes Biennale-Programm zusammenstellen. Aktuelle Programmhinweise werden hier kommuniziert und Teilnehmer:innen können miteinander chatten und sich vernetzen.

zur Biennale-App

Im Zentrum  steht die Frage, wie wir unsere Städte resilient, lebenswert und zukunftsfähig gestalten. 

10. – 11. September: Wochenende der Vielfalt
Hier treffen sich alle, die aktiv an der grünen Zukunft mitarbeiten wollen, Interessierte und Expert:innen, Planer:innen und Verwaltungsmitarbeitende, Wissenschaftler:innen und Stadtmacher – motivierte Menschen aller Disziplinen. Die Inhalte spannen einen Bogen von Aktionen im Quartier über philosophische und politische Auseinandersetzungen bis zu konkreter Stadtentwicklung- und gestaltung der grünen Stadt der Zukunft. Es gibt jede Menge Workshops, Vorträge, Präsentationen, Podiumsdiskussionen und Exkursionen zur Grünen Infrastruktur”, und beim Bauen, Schrauben und Gärtnern wird gemeinsam das Festivalzentrum am Wissenschaftspark Gelsenkirchen gestaltet.

12. – 17. September: Woche der digitalen Realitäten
Digital ist besser? Nicht immer – aber digitale Technologien können helfen, eine nachhaltige Stadt, in der ihre Bewohner:innen besser leben, zu entwickeln. Im Rahmen der „Woche der digitalen Realitäten“ gibt es deswegen sowohl Input als auch Output zum idealen Zusammenspiel von Digitalität und Stadtgestaltung. In einem einwöchigen Hackathon in Residence werden durch mehrere Teams konkrete Lösungen für reale Probleme mit Hilfe von VR, AR, Big Data und KI entwickelt. Parallel dazu gibt es ein breitgefächertes Vortragsprogramm.

18. September: Tag der Exkursionen
Expedition ins Ruhrgebiet! Mit unserem Kooperationspartner Baukultur NRW und mit Urbane Künste Ruhr starten wir auf verschiedenen Pfaden eine Entdeckungsreise durch die Region.

19 – 24. September: Woche der Visionen
Mit den Ideen der Student:innen aus der Campus-Woche (19. – 23. September) unter dem Titel „Design for urban uncertainties“ startet am Freitag, 23. September ein internationales Wochenende der Kompetenzen, Rahmenbedingungen, Lösungen und Visionen für eine grüne regionale Zukunft. Es werden grüne Strategien und real umgesetzte Lösungen aus globaler und lokaler Perspektive diskutiert. Expert:innen blicken zurück auf die bisherigen Erfolge und Visionen des Ruhrgebietes, diskutieren die aktuellen Projekte der Ruhrkonferenz und sprechen zum Abschluss über die Landschaft als eine Basis urbaner und regionaler Zukunft – denn diese beginnt jetzt.

24 .September: Abschlussfeier mit grünem Picknick
Das Ende der Biennale ist der Aufbruch in die Zukunft. Was kann es Schöneres geben, als diesen Aufbruch gemeinsam zu feiern und zu genießen?

Baukultur Nordrhein-Westfalen
Baukultur NRW bringt als Kooperationspartner der Biennale der urbanen Landschaft einen eigenen, kuratierten Programmteil mit aktuellen baukulturellen Themen in insgesamt 16 Veranstaltungsformaten in das Programm der Biennale ein. Spielraum ist der Pavillons „a circus“, ein Projekt der Baukunstklasse der Kunstakademie Düsseldorf, der seinen Ort auf dem Biennale Gelände Wissenschaftspark Gelsenkirchen gefunden hat. Eine Manege, die Akteur:innen, Partner:innen und Player:innen als Treffpunkt offen steht um die „grüne Stadt“ weiter zu denken. Baukultur NRW versteht sich als Akteurin im Zentrum der Themenvielfalt der Biennale und verbindet die aktuellen Fragen, Aufgaben und Erwartungen der Baukultur mit der grünen und lebenswerten Stadtregion im Klimawandel.

Baukultur NRW Programmmehr Infos

Unsere Biennale-App könnt ihr aufrufen unter: lala.ruhr/biennale-progamm


BIENNALE 2022 - Hackathon in Residence

Call:
Hackathon
in Residence

*CALL CLOSED* Wir suchen neugierige und aufgeschlossene Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen. Egal ob du Landschaftsarchitekt:in, Architekt:in oder Stadtplaner:in bist, Game-Designer:in, Programmierer:in, Maker, oder Spezialist:in für Geodaten und LoRaWan Sensoren bist, oder dich mit XR, VR, digitaler Kunst und auch anderen Schnittstellen der Digitalität und der Realität der Stadt beschäftigst.

Im Rahmen der ersten Biennale der urbanen Landschaft veranstalten wir einen “Hackathon in Residence”. Vom 11.09 – 18.09.2022 laden wir Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen (Architektur/Planung, IT/Digital, Kunst/Kreativwirtschaft) nach Gelsenkirchen-Ückendorf ein. Entlang der Bochumer Straße werden 5 öffentliche Orte von den Teams “bearbeitet”.

Wir wollen herausfinden, wie digitale Technologien uns dabei helfen können, bessere, grünere und menschenfreundlichere Städte zu gestalten.

Bewerbungsschluss war der 15.07.
Alle Informationen findest du im Info-PDF:

Info PDFjetzt bewerben

Das Projekt Hackathon in Residence und die biennale der urbanen Landschaft gefördert von der E.ON Stiftung

In Kooperation mit:

Das Projekt Hackathon in Residence und die biennale der urbanen Landschaft gefördert von der E.ON Stiftung

In Kooperation mit:


Die erste Biennale der urbanen Landschaft!

OPEN CALL!

Die erste Biennale der urbanen Landschaft!

lala.ruhr veranstaltet vom 10.-24. September 2022 die erste Biennale der urbanen Landschaft. Ein internationales Festival zur grünen Stadt der Zukunft!
Im Herzen des Ruhrgebiets und mitten im Kreativquartier Gelsenkirchen Ückendorf.
Wir laden alle Akteur:innen und interessierten Menschen ein, bei Workshops, Ausstellungen und Exkursionen gemeinsam Ideen und Lösungen zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Alle Infos findet ihr auf unserer neuen Webseite: www.lala.ruhr/biennale

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"Schlaraffenband Ruhr": ess- und trinkbare Radwege für das Ruhrgebiet

Schlaraffenband Ruhr:
ess- und trinkbare Radwege für
das Ruhrgebiet

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Gerade im Zuge des Klimawandels wird es immer wichtiger, langfristige Lösungen umzusetzen. Auch hier bei uns im Ruhrgebiet existieren hierzu viele neue Ideen. lala.ruhr unterstützt das neue Projekt der Ernährungsräte der Städte Bochum, Dortmund und Essen und der Initiative “Schwerte pflanzt”: Mit dem “Schlaraffenband Ruhr” sollen entlang der Radwege Emscher-Weg, RuhrtalRadweg und dem zukünftigen Radschnellweg Ruhr (RS1) essbare Wildpflanzen gepflanzt, Naschorte entstehen und Trinkbrunnen installiert werden. Somit kann ein einfacher Zugang zu nachhaltigen und lokalen Lebensmitteln entstehen und gleichzeitig interessantes Wissen über essbare Pflanzen vermittelt werden.

Die Idee verbindet die Attribute essen, vernetzen und nachhaltig sozusagen auf märchenhafte Art und Weise:   “Uns fliegen nicht die Hähnchen in den Mund, aber es kann genascht werden und der Weg von der Pflanze auf den Teller ist sehr kurz.” (Zitat von der EssBO!)

Der Name entstand entsprechend in Anlehnung an den fiktiven, spielerischen Ort “Schlaraffenland” aus vielen früheren Märchen. Das Kettenband steht für die Fahrradwege, die die Region vernetzen. Die Perlen bilden die einzelnen Naschorte. Zusammenfassend: Das Konzept einer erfahrbaren nachhaltigen, ess- und trinkbaren Metropole Ruhr der zukünftigen Gegenwart!

Grüne Infrastruktur rückt im Ruhrgebiet zunehmend in den Fokus: Die zahlreichen Industriegebiete blühen auf und die Anerkennung für die Natur in der Stadt steigt. Die Radwege (RS1), Emscher-Weg und RuhrtalRadweg verbinden die gesamte Metropole Ruhr von West nach Ost auf einer Strecke von ca. 1200 km und schaffen somit umweltfreundliche Vernetzung zwischen den Städten.  An diesen Fahrradstrecken sollen am Wegesrand essbare Wildpflanzen wie z. B. Brombeere, Quitte, Himbeere, Apfel, Thymian, Borretsch und außerdem Trinkwasserbrunnen etabliert werden. Bürger:innen können diese urbanen Nasch-Oasen auch selber pflegen und einen Beitrag zu dem Projekt und zu der Natur in ihrer Umgebung leisten; Stichwort: Pflege durch Partizipation. Denn: Der Sinn für die Herkunft und den Wert guter Nahrungsmittel ging im späten 20. Jahrhundert mehr und mehr verloren und soll durch diese Initiative wieder gestärkt werden. Durch Informationstafeln an den jeweiligen Orten wird die Umweltbildung gestärkt.

Die Überzeugung der Initiator:innen: Mit der Umsetzung des Schlaraffenbandes Ruhr wird städtisches Grün gefördert, nachhaltige Stadtplanung und Verkehr gestärkt sowie Artenvielfalt und Biodiversität geschaffen. Erste Orte als Pilotprojekte sollen bereits in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Bis dahin werden neben den zahlreichen Mitwirkenden noch weitere Unterstützer:innen gesucht, die sich leidenschaftlich mit dem Thema beschäftigen und identifizieren können. Deshalb unterstützen auch wir bei lala.ruhr das Projekt! Also meldet euch bei:

EssBO!
Ernährungsrat Bochum
c/o Griesenbruchstraße 9
44793 Bochum
essbo@ernaehrungsrat-bochum.de
www.ernaehrungsrat-bochum.de

Nur durch Eure Unterstützung kann das Schlaraffenband Ruhr zukünftig bestehen und andere Folgeprojekte anstoßen. Macht mit, esst, trinkt, fahrt Fahrrad, pflegt eure Nahrungsmittel und tretet in regen Austausch mit euren Mitmenschen! 

Das dazugehörige Konzept aller beteiligten Akteur:innen kann hier heruntergeladen werden: Schlaraffenband-Konzept-I06

Autorin: Stephanie Stiehm

lala.ruhr unterstützt das Projekt “Schlaraffenland Ruhr”.


Die Zukunft der Zentren ist grün, inklusiv und produktiv - Dokumentation erschienen!

Zukunft der Zentren: Dokumentation der Kulturkonferenz Ruhr erschienen!

ZUKUNFT DER ZENTREN – KULTURELLE PERSPEKTIVEN FÜR INNENSTÄDTE
Unter diesem Motto stand die Kulturkonferenz 2021 als Format, zu dem der Regionalverband Ruhr (RVR) und das Land NRW jährlich einladen, um der Kulturszene eine Bühne für den regionalen und kulturpolitischen sowie künstlerischen Diskurs zu bieten. Auch lala.ruhr war dabei und ist der Frage aus der Perspektive der urbanen Landschaft in einem eigenen Workshop nachgegangen: Die Zukunft der Zentren ist grün, inklusiv und produktiv.

Die Herner Innenstadt als “Labor für die Landschaft”: Aus unterschiedlichen Blickwinkeln ging der Workshop den grünen Potenzialen des Stadtraums auf den Grund. Das Ziel: eine Aufwertung der Innenstadt, mit besonderem Blick auf Freiräume und Straßen, hin zu einem lebenswerteren Ort. Eine Aufwertung der Innenstadt ist keineswegs ausschließlich an eine Neu- oder Umnutzung von Gebäuden geknüpft. Die Außenräume bieten vielfach Potenziale, machen eine multifunktionale Nutzungebenso möglich wie temporäre Projekte und eine grundsätzliche grüne und an die Folgen des Klimawandels angepasste Stadtentwicklung. Sebastian Schlecht von lala.ruhr: “Wenn es nicht ums Geld geht, sondern um die Qualität der Innenstadt, dann kann ein Parkplatz mehr sein als eine Asphaltfläche und eine Grünfläche mehr als ein gemähter Rasen.” Es gelte, solche Orte als “Chancen” zu sehen und diese gemeinsam mit den Menschen neu oder anders zu gestalten und zu nutzen – “das hat viel mit Lebensqualität und einer lebenswerten Innenstadt zu tun.”

Die Dokumentation der Kulturkonferenz ist jetzt erschienen und kann auf der Website des Regionalverbands Ruhr kostenfrei heruntergeladen und als Printausgabe bestellt werden. 

Die Dokumentation zur Kulturkonferenz Ruhr 2021 mit einem Beitrag von lala.ruhr ist erschienen. ©RVR/Rupert Oberhäuser


Takeover*: Zirkuläres Bauen mit "Abfällen"

Takeover*:
Zirkuläres Bauen
mit "Abfällen"

Wir nähern uns dem Abschluss unseres Reise durch den “Müllkomplex”. Unser letztes Thema: Reboot Architecture – zirkuläres Bauen für eine nachhaltige Zukunft unserer Städte. Denn der Großteil der Umweltkosten eines Gebäudes entfällt auf den Materialverbrauch. Der Bausektor produziert dabei enorm viel unnötig anfallenden Müll. Wäre es da nicht sinnvoll, Materialien zu verwenden, die zwar so robust sind, wie herkömmliche Materialien, die man aber mehrfach verwenden kann? Und lassen sich vielleicht sogar aus “Abfällen” neue Gebäude errichten? Ja – Grundlage hierfür bildet die zirkuläre Kreislaufwirtschaft, die es ermöglicht, den wachsenden Ressourcenbedarf dauerhaft und nachhaltig zu stillen. Denn: Abfall gehört nicht in jedem Fall auf die Mülldeponie. Beispielsweise lassen sich aus alten Holzplatten oder Metallen neue Gebäude gestalten und der Lehm als vielseitigen “Kleber” verwenden. Solche Projekte setzt das “Natural Building Lab” (NBL) um, eine universitäre Einrichtung der Technischen Universität Berlin, Das NBL wurde 2017 als Fachgebiet für “Konstruktives Entwerfen und klimagerechte Architektur” unter der Leitung von Prof. Eike Roswag-Klinge gegründet. 

Das Natural Building Lab agiert als Teil eines transdisziplinären Netzwerks, das Projekte durchführt, die in der Lehre, Forschung und Praxis Anwendung finden. Besonders liegt ihnen die Arbeit mit Studierenden am Herzen. Das Team besteht hauptsächlich aus Architekt:innen, wird aber bei Kooperationen durch Bauingenieur:innen, Grafikbüros, Landschaftsarchitekt:innen und Kommunikationsdesigner:innen erweitert. Bei ihren Projekten sind Naturbaustoffe, Lehm und der urbane Holzbau klar im Fokus. All diese Materialien werden größtenteils von Abrissgebäuden oder Räumen bezogen, denn nichts darf unnötig weggeschmissen werden.

ZU/FLUCHT Freiluftausstellung:

Das Projekt ZU/FLUCHT steht exemplarisch für die die Arbeit des NBL und wurde als Masterentwurf mit 20 Studierenden der TU Berlin durchgeführt. In einer Kooperation mit der Stiftung Exilmuseum Berlin wurden alte Tempohome-Container (Wohnraum für Zufluchtssuchende) umgebaut und -gestaltet, zu einem außergewöhnlichen Entree für das sich in der Entstehung befindliche Exilmuseum. Der frühere Wohnraum wurde durch die vorhandenen Materialien Metalle (besonders Blech), Wolle und verklebte Materialien modifiziert. Das Projekt soll dazu anregen, besonders die Themen der Materialverschwendung und Wiederverwendung im Bausektor diskutieren. Ziel war es, aufzuzeigen, was mit alten Containern passieren kann, die oftmals hergestellt und nach ihrer primären Nutzung nicht weiterverwendet werden. Von Juni – Oktober 2021 konnte die temporäre Freiluftausstellung am Anhalter Bahnhof Berlin begutachtet werden. Die Planung, Konstruktion und Durchführung umfasste 18 Monate und wurde anhand von zwei Semestern an der TU Berlin durchgeführt. 

Gerade in Zeiten der Nachhaltigkeit stoßen solche Projekte auf großes öffentliches Interesse, auch beim Land Berlin. Zirkuläres Bauen liege im Trend und “ich habe das Gefühl, das wird ein bisschen zum neuen Nachhaltig”, sagt Matthew Crabbe, Doktorand am NBL. Die Definition von zirkulärem Bauen laute dabei: Die kreislaufkorrekte Nutzung von Baustoffen und Materialien sowie die Bereitstellung eines langen Lebenszyklus’ derer fördert die Kaskadennutzung. Dabei werden nachwachsende, erneuerbare oder wiederverwendbare Baustoffe benutzt, welche klima- und umweltschonend sind. Die Reduzierung von Abfällen sowie Emissionen stehen klar im Fokus.

Das zirkuläre Bauen wird durch den Ansatz “Cradle to Cradle” (C2C) aus den 1990er-Jahren von Michael Braungart (deutscher Chemiker) und McDonough (US-amerikanischer Architekt) gestützt. Dabei ist von einer durchgängigen und konsequenten Kreislaufwirtschaft die Rede, bei der alle Ressourcen in einem Kreislauf gehalten werden. Die drei Prinzipien von Cradle to Cradle (C2C) sind: Abfall = Nährstoff, oder auch: alles wird als Ressource für etwas anderes konzipiert; Energie aus erneuerbaren Quellen nutzen; Diversität fördern.

Dabei soll die Region Rhein-Ruhr in den nächsten Jahren zu einem weltweiten Zentrum für die Zirkuläre Wertschöpfung („Circular Valley“) werden. Zirkuläre Bauten (Gebäude aus Materialien und Produkten, die nach ihrerer Wiederverwendbarkeit ausgewählt werden) sind in NRW noch nicht weit verbreitet, mit Ausnahme des Kreislaufhauses auf Zollverein in Essen. Das neue zirkuläre Verwaltungsgebäude der RAG-Stiftung und RAG AG liegt auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Das Gebäude wurde durch kadawittfeldarchitektur geplant und umgesetzt. Die Materialien wurden nach ihren gesundheitlichen und ökologischen Aspekten sowie der Kreislauffähigkeit ausgewählt. Nach Ende der Lebensdauer des Gebäude soll es als Rohstoffquelle dienen. Auch die Gründächer, die Urban Gardening-Flächen sowie die Tierhabitate sollen für immer beständig bleiben. Außerdem entsteht derzeit in Düsseldorf “The Cradle”, ein siebengeschossiges Holzhybrid-Bürogebäude im Düsseldorfer Medienhafen. Dabei wurde der Carbon-Foodprint schon beim Bau durch den nachwachsenden Rohstoff Holz reduziert. Auch der ökonomische Mehrwert ist durch die Schaffung von Büros gegeben.

Hiermit bedanken wir uns bei der Theaterallianz Mühlheim an der Ruhr für das Takeover ihres Instagram – Kanals! Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, wir konnten den Leser:innen neue Information rund um Abfall und Landschaft nahebringen. Also denkt immer dann reuse, reduse, recycle! Nicht alles was ihr nicht mehr braucht, ist für die Tonne!  😉

Textautorin: Stephanie Stiem

*lala.ruhr übernimmt mit dem takeover im Januar 2022 drei Wochen lang den Instagram-Account von vier.ruhr, der Allianz der Mülheimer Theater. Unser Thema: der Müllkomplex. Wir nehmen euch mit mit auf eine digitale Reise durch die Region und darüber hinaus – an Orte, an denen etwas aus Müll entsteht oder an denen mit dem gearbeitet wird, was wir umgangssprachlich so bezeichnen. Wir laden dazu ein, auch die Stadtlandschaft der Metropole Ruhr zirkulär zu denken und alle Materialien als ein Teil von Kreisläufen zu entdecken. Das Unternehmen HeimatERBE stellen wir vor, da es  sich unter anderem um die Umwandlung von Flächen kümmert, die zuvor in der öffentlichen Wahrnehmung als “nutzlos” angesehen wurden und es Wirtschaftsunternehmen ermöglicht, umweltneutral zu agieren. 

vier.ruhr ist die Theaterallianz von Theater an der Ruhr, Mülheimer Theatertage „Stücke“ und Ringlokschuppen Ruhr. Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat.

Auf-, bzw. Umbau für die ZU/FLUCHT Freiluftausstellung: Im Rahmen des Projektes erhielten Container, die ursprünglich als Wohnraum für geflüchtete Menschen genutzt wurden, eine neue Bestimmung. 

©Natural Building Lab, Berlin


Takeover* vier.ruhr: das Konzept des Urban Metabolism

takeover*:
Müll in der Wissenschaft -
das Konzept des Urban Metabolism

Jeder Mensch auf der Welt produziert Müll: die Bananenschale als Biomüll, der Handyakku als Elektroschrott, der Karton als Altpapier oder die Plastiktüte als Recyclingprodukt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wurde generell viel mehr Müll/Abfall produziert, der noch dazu häufig nur verbrannt werden konnte. Der Grund hierfür: potenziell daran haftende Corona-Viren.

Auch in der Wissenschaft laufen viele Forschungsreihen, die sich mit dem Vermeiden von Müll/Abfall und dem Wiederverwenden von Materialien beschäftigen. Unsere Städte besitzen folglich einen “Urban Metabolism”, auf deutsch “städtischer Stoffwechsel”, der die Umwandlung von Materialien und Energie in einer Stadt bezeichnet.[1]

Geprägt wurde der Begriff von dem deutschen Philosophen und Ökonomen Karl Marx, und zwar bereits im Jahr 1844 in Bezug auf die Umweltsoziologie. Marx machte deutlich, dass wir Menschen von der Natur abhängig sind und sie mit unseren wirtschaftlichen Prozessen schädigen [2]. Das grundsätzliche Konzept des urbanen Metabolismus geht dann den US-amerikanischen Ingenieur Abel Wolman aus dem Jahr 1965 zurück, der zum ersten Mal die Stadt als ein eigenes Ökosystem mit ihren Stoff- und Energieflüssen betrachtet hat [3].

Seit dem 19. Jahrhundert wurden Städte immer wichtiger, weil sie Motor des Wirtschaftswachstums waren und sind. Städte sind ein offenes System, das Energie, Brennstoffe, Rohstoffe, Wasser, Nahrungsmittel und Luft verbraucht. Nach Verwendung dieser Ressourcen entstehen Abfälle, Schadstoffe oder auch Abwässer, sofern sie nicht in Infrastrukturen gebunden werden. Je größer eine Stadt wird – egal ob mit der Erweiterung der Fläche oder der Zunahme von Bevölkerung – desto höher steigt der Bedarf an Ressourcen/Materialien. Durch unterschiedliche Faktoren muss jedoch jede Stadt als Individuum betrachtet werden. Um also den urbanen Metabolismus ermitteln zu können, werden die drei häufigsten Methoden verwendet: Stoffstromanalyse, Adaption des ökologischen Fußabdrucks und Ökobilanz (siehe Blogbeitrag zu HeimatERBE). Dabei geht es immer um die In- und Outputgrößen einer Stadt und das resultierende Ausmaß auf Menschheit und Umwelt.

Um die in Städten entstandenen Probleme zu bewältigen bedarf es Lösungen und realistischer Zielen: effizientere Nutzung lokaler Ressourcen, Verwendung von Recycling-Systemen inkl. Strategien für Abfallvermeidung und -management, Bereitstellung von sauberer Luft und erholungswirksamer Grünflächen, Verringerung der Treibhausgasemissionen und stadtplanerische (Klima-)Anpassungsstrategien. Ebenfalls sollen die riesigen Müllexporte ins Ausland beendet und lokale Recycling- und geschlossene Verbrennungsanlagen verwendet werden. Neue Produktdesigns helfen dabei,wiederverwendbare Materialien attraktiver zu machen.

Vielerorts werden bereits Projekte zum Thema “Müll” in Schulen angesetzt, um das Bewusstsein für “Müll” zu stärken. Egal ob das Aufsammeln von Müll oder die Erlernung von richtiger Mülltrennung, alles hat ein Wirken auf unsere Umwelt. Die dadurch aufgenommen Daten können der Wissenschaft zugutekommen. Durch eine flächendeckende Kartierung können Prozesse zur Müllvermeidung oder Recycling verbessert werden.

Für eine globale Übersicht der unterschiedlichen städtischen Stoffwechselprozesse bietet sich die Plattform “Metabolism of Cities” anSchaut rein, entdeckt und reichert euch Wissen an. Ein weiterer Literatur-Tipp: Die Seite des Formats “Quarks und Co” zum Thema Müll. 

Textautorin: Stephanie Stiehm

lala.ruhr übernimmt mit dem takeover im Januar 2022 drei Wochen lang den Instagram-Account von vier.ruhr, der Allianz der Mülheimer Theater. Unser Thema: der Müllkomplex. Wir nehmen euch mit mit auf eine digitale Reise durch die Region und darüber hinaus – an Orte, an denen etwas aus Müll entsteht oder an denen mit dem gearbeitet wird, was wir umgangssprachlich so bezeichnen. Wir laden dazu ein, auch die Stadtlandschaft der Metropole Ruhr zirkulär zu denken und alle Materialien als ein Teil von Kreisläufen zu entdecken. Das Unternehmen HeimatERBE stellen wir vor, da es  sich unter anderem um die Umwandlung von Flächen kümmert, die zuvor in der öffentlichen Wahrnehmung als “nutzlos” angesehen wurden und es Wirtschaftsunternehmen ermöglicht, umweltneutral zu agieren. 

vier.ruhr ist die Theaterallianz von Theater an der Ruhr, Mülheimer Theatertage „Stücke“ und Ringlokschuppen Ruhr. Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat.

Quellen:

[1] Oke, T. R.; Mills, G.; Christen, A.; Voogt, J. A. (2017): Urban climates. Cambridge. https://doi.org/10.1017/9781139016476

[2] Bleher, D.; Öko-Institut e.V. (2017): Ressourcenwirkung des urbanen Metabolismus Ergebnisse von AP 1.1 im Rahmen des UFOPLAN Vorhabens FKZ: 3715 75 122 0. Darmstadt.

[3] Sanches, T. L.; Santos Bento, N. V. (2020): Urban Metabolism: A Tool to Accelerate the Transition to a Circular Economy. In: Filho, W. L.; Azul, A. M.; Brandli, L.; Özuyar, P. G.; Wall, T. (Hg.): Sustainable Cities and Communities. 860-867. https://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007%2F978-3-319-95717-3_117 

Jeder Mensch auf der Welt produziert Müll: die Bananenschale als Biomüll, der Handyakku als Elektroschrott, der Karton als Altpapier oder die Plastiktüte als Recyclingprodukt. Der Müll ist Teil des “städtischen Stoffwechsels”.

© Broy


Takeover*: HeimatERBE - Artenschutzschmiede für das Ruhrgebiet

Takeover*: HeimatERBE -
Eine Artenschutzschmiede
für das Ruhrgebiet

Urlaubsreisen, exotische Nahrungsmittel und der Kauf von Dingen, die kurz danach in der Zimmerecke verstauben, gehören zu unserem alltäglichen Konsumverhalten. Das wirkt sich negativ auf unsere Umwelt aus: wichtige Ressourcen werden verbraucht, Lebensräume degradiert oder zerstört und das Artensterben nimmt zu. Wie kann also der so verursachte Schaden vermieden und kompensiert werden, um langfristig eine ökologische, umweltgerechte Lebensweise zu erreichen?

lala.ruhr kooperiert mit der Impact Factory, einer Start-up-Plattform für soziales Unternehmertum, und hat sich hierzu mit dem Essener Unternehmen HeimatERBE GmbH ausgetauscht.

Die HeimatERBE GmbH wurde gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen greenzero.me 2020 von Dr. Dirk Gratzel gegründet, nachdem dieser es sich selbst zur Aufgabe gemacht hatte all die Umweltschäden, die er in seinem Leben verursacht hat, zu erfassen und auszugleichen. Dazu war er mit zahlreichen Wissenschaftler:innen im Austausch und hat schlussendlich als erster Mensch zusammen mit der TU Berlin und der TU Braunschweig seine vollständige Lebensökobilanz und die sich daraus ergebenden Schäden für die Umwelt ermittelt – das entspricht dem heutigen Tun der greenzero.me. Anschließend hat er mit weiteren Expert:innen u.a. aus den Themenfeldern Forstwissenschaften, Ökologie, Biologie und Naturschutz eine Strategie zur Kompensation der Umweltschäden entwickelt – damit beschäftigt sich nun die HeimatERBE GmbH. Mit Hilfe der beiden Schwesterunternehmen erhalten nun Wirtschaftsunternehmen im B2B-Modell die Möglichkeit, ihre Organisation, ihre Dienstleistung oder ihre Produkte umweltneutral zu stellen.

Mittlerweile umfasst HeimatERBE sieben Mitarbeiter:innen in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Technik. Die Stadt- und Landschaftsökologin Madlen Sprenger (M.Sc.) war bei lala.ruhr zu Gast und hat von der Idee des Unternehmensgrundsatzes von HeimatERBE berichtet. Im Interview mit unserer Praktikantin Stephanie Stiehm wurden die Kompensation von Umweltschäden und das HeimatERBE-Prinzip thematisiert:

Was macht ihr genau bei HeimatERBE? Was ist eure Mission?

Das Ziel von HeimatERBE ist es, negative Umweltauswirkungen zu kompensieren. Hierzu bringen wir aktuell alte Industrieflächen aus dem Ruhrgebiet wieder in einen möglichst guten, ökologischen Zustand, in dem sie dann (Sekundär-)Lebensraum für vielfältige Pflanzen- und Tierarten bieten. Natürliche wie kulturlandschaftliche Biotope sorgen so für den Aufbau neuer sowie die Erhaltung und Verbesserung vorhandener Ökosystemleistungen*. Die Schaffung von neuer Biodiversität sowie der Schutz von Klima und Mensch stehen dabei für HeimatERBE an erster Stelle. HeimatERBE schafft dadurch einen Mehrwert für die Natur und für die Gesellschaft. Diesen Mehrwert bieten sie Unternehmen zur Kompensation ihrer negativen Umweltauswirkungen aus beispielsweise Dienstleistungen oder Produkten an.

*„Als Ökosystemleistungen werden die Dienstleistungen der Natur für den Menschen bezeichnet, die er durch die Lebensräume und Lebewesen wie Tiere und Pflanzen bezieht. Die Ökosystemleistungen schaffen die Basis für grundlegende Bedürfnisse des Menschen, wie beispielsweise den Zugang zu Wasser und Nahrung. Funktionierende Ökosysteme hängen von einem Zusammenspiel von zahlreichen Organismen ab, wie Primärproduzenten (z. B. Pflanzen), Pflanzenfressern, Fleischfressern, Destruenten (Zersetzern), Bestäubern und Pathogenen. Als wesentlicher Grundstein der Ökosystemleistungen gilt daher die Biodiversität mit all ihren Ebenen“ [1].

Was ist das HeimatERBE-Prinzip? Aus welchen Komponenten besteht es?

Das HeimatERBE-Prinzip beschreibt den Prozess, der zur Erreichung einer Umweltneutralität führt. Zu Beginn jedes Projektes muss die Ökobilanz einer Person, einer Organisation, eines Produktes oder einer Dienstleistung berechnet werden. Diese Analyse ermittelt alle Umweltwirkungen von der Produktion bis zur Entsorgung inkl. der Herstellung von Gebrauchsmitteln. (Diese Bilanzierung ist in der DIN EN ISO 14040/44 standardisiert.) Danach werden die Ergebnisse monetarisiert – also in Umweltkosten nach dem Standard des Umweltbundesamtes umgerechnet. Die Umweltkosten sind ein reiner Geldbetrag, welchen wir von unserem Ökobilanzierer (z.B. greenzero.me) erhalten. Er beschreibt die tatsächlichen Umweltwirkungen. Daraus resultiert dann der Umweltwert, welcher einen Ausgleich zwischen den Umweltkosten schafft. Der Umweltwert repräsentiert den Geldbetrag, der für die Kompensation der schädlichen Umweltauswirkungen nötig ist. Was wir für die Herstellung von leistungs- und funktionsfähigen Ökosystemen finanziell aufwenden müssen – also die Herstellungskosten bis zur „Biotopreife“, entspricht dem Umweltwert.

Wie kann HeimatERBE dann damit arbeiten?

Die Ökobilanzierung und Monetarisierung zielen natürlich immer darauf ab, dass etwas zu Schaden kommt. Natürlich ist es wichtig, diesen Schaden zuerst im Prozess so weit es geht zu reduzieren. Nur für solche bereits optimierten Prozesse bietet HeimatERBE eine Kompensation an. Was wir dann tun, ist diese festgestellten Umweltkosten wieder zu investieren. Der Umweltwert, den wir schaffen, ist die Spiegelung der Umweltkosten. Das ist das Momentum, in dem die Umweltneutralität erreicht wird, weil die Kosten an dieser Stelle im Prozess reinvestiert und die externen Effekte internalisiert werden. Der Kunde muss eins zu eins das an Kompensation auch bezahlen, was er auch an Kosten für die Umwelt auslöst. Durch ein Monitoring, eine Überwachung des Entwicklungsstandes, kann HeimatERBE überprüfen, ob die Ziele ihrer Kompensationsmaßnahmen, die wir zuvor in einem Entwicklungsplan beschreiben, erreicht werden. Für HeimatERBE steht die Umweltneutralität im Fokus. Neben dem Treibhauseffekt, verursacht durch den Ausstoß klimawirksamer Gase, werden auch Komponenten wie Versauerung, Überdüngung (Eutrophierung), Ozonbelastung am Boden (Sommersmog) und Zerstörung der (schützenden) Ozonschicht in der Stratosphäre miteinbezogen. Durch die Kompensationsleistung werden die Schutzgüter biologische Vielfalt, Klima und menschliche Gesundheit gestärkt. Die oben erläuterten Begriffe wie Ökobilanzierung, Monetarisierung, Umweltwert und ökologische Aufwertungsleistung sind elementare Bestandteile zur Erreichung der Umweltneutralität.

Welche aktuellen Projekte führt ihr durch und was plant ihr als nächstes?

Ein aktuelles Beispiel ist der ehemalige Schachtstandort Ewald 5 in Herten. Dort steht als ganz besonderes Merkmal eine alte Schmiede auf der Fläche. Die Fläche war bis August 2021 noch relativ stark als Baustelleneinrichtungsfläche genutzt. Heute ist wieder Ruhe eingekehrt und wir haben uns dazu entschlossen das Gebäude zu einer “Artenschutzschmiede” umzubauen – wir hatten bereits Spuren der (vorherigen) Besiedlung durch eine Schleiereule und Fledermäuse vorgefunden, sodass sich die Umwidmung perfekt anbot. Das heißt, das ganze Gebäude ist nur für den Artenschutz vorgesehen. Wir haben das Gebäude komplett für den Menschen verschlossen und nur noch Einflugmöglichkeiten für Tiere hergerichtet, vor allem für Fledermäuse und für gebäudebewohnende Vögel. Außerdem haben wir Nisthilfen und Quartiersstrukturen an der Fassade und im Gebäudeinneren angelegt, welche als Habitate für die Tiere in Frage kommen. Aber es gibt auch kleine Eingänge für bodengebundene Kleinsäuger und Co, die dort auch Schutz finden können. Dieses Gebäude macht allerdings nur einen kleinen Teil der 8 ha großen Fläche aus. In weiteren Teilbereichen des Areals wird HeimatERBE außerdem Entsiegelungs- und Rückbaumaßnahmen vornehmen, Unrat beseitigen, vorhandene Biotope erhalten und optimieren (z.B. aufgeforstete Bestände in bodenständige Waldgesellschaften umwandeln oder staufeuchte Offenlandfläche in extensive, kulturlandschaftliche Nutzung überführen) sowie neue Lebensraumtypen anlegen bzw. deren Entwicklung begünstigen/zulassen (z.B. Fluren mit Pionier- und Spontanvegetation, blütenreiche Säume aus Stauden, Wildobstbestände).

Ein weiterer ganz interessanter Standort ist die Fläche Kurl 3 in Lünen. Dort ist es zum Beispiel so, dass relativ flächendeckend die Goldrute vorkommt und eigentlich den ganzen Charakter des Gebietes bestimmt. Da haben wir zuerst gedacht, es wäre wahrscheinlich am sinnvollsten den Boden abzuschieben. Aber im Kontakt mit dem NABU aus Unna hat sich ergeben, dass dort schon diverse Orchideen vorhanden waren. Jetzt sind wir dabei diese Fläche schonend umzuwandeln, so dass wir die Orchideen-Bestände erhalten können.

Ein ganz besonderes Projekt, das unser bisheriges Tun an Komplexität und Umfang bei weitem übertrifft, läuft gerade in Duisburg-Ruhrort an. Gemeinsam mit dem Unternehmen Haniel haben wir von HeimatERBE und greenzero.me es uns zur Aufgabe gemacht, den Stadtteil bis 2029 zu dem ersten umweltneutralen Quartier der Welt zu transformieren. Da wird eine Menge Arbeit mit der Stadt, lokalen Unternehmen, Interessengruppen und natürlich auch den Ruhrorter Bürger:innen auf uns zukommen. Das wird ein herausforderndes Projekt, das ein großes Potenzial für den Stadtteil, die ganze Stadt Duisburg sowie das Ruhrgebiet mit sich bringt.

Weitere Ankäufe von degradierten und devastierten Flächen, die nicht unbedingt nur ehem. Industriestandorte und im Ruhrgebiet sein müssen, sind geplant, um nach unserer bisherigen Arbeitsweise auch die wachsende Nachfrage nach ganzheitlicher, mehrdimensionaler und lokaler Kompensation decken zu können. 

Alle weiteren Informationen rund um die aktuellen Projekte und vieles mehr können der HeimatERBE-Webseite entnommen werden. Außerdem gibt es einen Film, in dem weitere Details erläutert werden. 

Autorin: Stephanie Stiehm

* lala.ruhr übernimmt mit dem takeover im Januar 2022 drei Wochen lang den Instagram-Account von vier.ruhr, der Allianz der Mülheimer Theater. Unser Thema: der Müllkomplex. Wir nehmen euch mit mit auf eine digitale Reise durch die Region und darüber hinaus – an Orte, an denen etwas aus Müll entsteht oder an denen mit dem gearbeitet wird, was wir umgangssprachlich so bezeichnen. Wir laden dazu ein, auch die Stadtlandschaft der Metropole Ruhr zirkulär zu denken und alle Materialien als ein Teil von Kreisläufen zu entdecken. Das Unternehmen HeimatERBE stellen wir vor, da es  sich unter anderem um die Umwandlung von Flächen kümmert, die zuvor in der öffentlichen Wahrnehmung als “nutzlos” angesehen wurden und es Wirtschaftsunternehmen ermöglicht, umweltneutral zu agieren. 

vier.ruhr ist die Theaterallianz von Theater an der Ruhr, Mülheimer Theatertage „Stücke“ und Ringlokschuppen Ruhr. Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat.

Quelle:

[1] Umweltdachverband (o.J.): Ökosystemleistungen – von der Natur kostenlos erbracht https://www.umweltdachverband.at/themen/naturschutz/biodiversitaet/oekosystemleistungen/

Die “Artenschutzsschmiede” am Schachtstandort Ewald 5 in Herten – eines der Projekte von HeimatERBE. © HeimatERBE


Takeover*: Das Ruhrgebiet als Urban Mining Valley!

Takeover*: Das Urban Mining Valley!

Das Ruhrgebiet hat bekanntlich eine jahrzehntelange Geschichte im Abbau von Braun- und Steinkohle vorzuweisen. Schon im 19. Jahrhundert lag der wirtschaftliche Fokus auf die Eisen- und Stahlindustrie. Die Montanindustrie inklusive vieler Arbeitskräfte aus dem Ausland sorgte damals für das erhebliche Städtewachstum. Durch die Kohlekrise im 20. Jahrhundert wurde letztendlich im Jahr 2018,  nach ganzen 150 Jahren Bergbau, die Förderung eingestellt. 

Und nun? Wo kommen unsere heutigen und künftigen Materialien heute her? Und wie sieht die Sekundärrohstoffnutzung aus?  7500 kg Metalle sind allein in einer 100 m2 großen Wohnung verbaut und rund 38 Tonnen Gold in 1,6 Milliarden Mobiltelefonen enthalten. Ein Lösungsansatz: die Kreislaufwirtschaft als Rohstofflieferant.  “Urban Mining” lässt sich mit “Städtischer Bergbau” übersetzen. Noch bis vor kurzem wurde mit dem Begriff überwiegend die Öffnung von alten Deponien assoziiert. Zentraler Aspekt des Urban Mining Ansatzes ist aber vielmehr das Recycling als Wiederverwertung von Materialien. Rohstoffknappheit, aber auch der gewaltige Import von Rohstoffen sowie der Ausstoß von schädlichen Kohlenstoffdioxid (CO2) werden durch Urban Mining reduziert.

Als einer der Wegbereiter des Begriffs des Urban Minings in unserer Region gilt Rainer Weichbrodt, der sich bereits seit dem Jahr 2008 intensiv für das Thema einsetzt und 2010 das Format des “Urban Minings Kongresses” mit einigen Partnern gemeinsam ins Leben rief, der zuletzt 2018 in Dortmund stattgefunden hat. Zudem hat er den Urban Mining e.V. mit Sitz in Essen gegründet. Weichbrodt ist geschäftsführender Gesellschafter der Management Institut Dortmund GmbH (MID) und bezeichnet Urban Mining gerne als “neuen Bergbau des Ruhrgebiet”. Gründe hierfür: Erstens die hohe Verstädterungsrate inklusive der hohen Dichte in der Region. Das Ruhrgebiet mit seinen über 5 Millionen Menschen könne als eine große Stadt bezeichnet werden. Zweitens könnte nach Ansicht von Weichbrodt hier im Ruhrgebiet ein Strukturwandel mit Umwelttechnologien etabliert werden, weil gerade hier die Hochschulkompetenz am höchsten ist. In diesem Kontext verweist er gerne auf den Begriff “Urban Mining Valley”. Weichbrodt: “Meine Vision ist es, dies voranzutreiben, also Technologien zu fördern, mit denen wir uns auch als Wirtschaftsstandort positionieren können und weltweite Impulse setzen. So stärken und verbessern wir natürlich auch den Wirtschaftsstandort Ruhrgebiet.” 

“Für mich ist Urban Mining das Nutzen und die Erkenntnis, dass Rohstoffe immer mehr sich aus dem Vorkommen der Erde in ein Vorkommen in Städten verlagert. Immer mehr werden Stoffe aus der Erde verwendet. Kupfer ist ein Material beispielsweise, was es heute schon in der Infrastruktur im größeren Maße gibt als Ressource in der Erde und vielen anderen Materialien wird es in der Zukunft ähnlich gehen, gerade bei den seltenen Metallen. Also ich habe die Rohstoffe nicht mehr in der Erde, sondern im Gebrauch und dort vielfältig durch die Verstädterung in der Stadt – und da gilt es eben in der Zukunft diese Ressource zu nutzen. Dabei wird der Mensch nicht nur als Verbraucher, sondern auch als Produzent wertvoller Ressourcen betrachtet”. Sein Appell: “Es liegt es an Allen, die wertvollen Metalle und Rohstoffe richtig zu entsorgen, um wiederum der Umwelt, der Gesellschaft, aber auch der eigenen Wirtschaft unter die Arme zu greifen”,   fasst Weichbrodt seine Definition zusammen.

Schon Anfang der 1960er-Jahre hat die amerikanisch-kanadische Stadt- und Architekturkritikerin Jane Jacobs die Städte als Minen bezeichnet. Minen in dem Sinne, dass in der Infrastruktur der Städte viele Rohstoffe verbaut sind, die später wiederverwendet werden können. Aber auch Konsumgüter wie Elektrogeräte, Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen, Autos sowie Gebäude und Ablagerungen auf Deponien sind unsere heutigen Sekundärrohstoffe. Beim Urban Mining werden folgende Prozesse werden beim Urban Mining durchlaufen: “Aufsuchen (Prospektion), Erkundung (Exploration), Erschließung und Ausbeutung anthropogener Lagerstätten bis zur Aufbereitung der gewonnenen Sekundärrohstoffe”. Die vier Säulen der Urban Mining Strategie: Design for Urban Mining, Ressourcen­kataster, Urbane Prospektion und Ressourcen­rück­ge­winnung.

Zum Abschluss des Urban-Mining-Diskurses hier noch die formale Definition des Umweltbundesamtes: “Urban Mining ist die integrale Bewirtschaftung des anthropogenen Lagers mit dem Ziel, aus langlebigen Gütern sowie Ablagerungen Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Güter noch aktiv genutzt und erst in absehbarer Zukunft freigesetzt werden oder ob sie bereits das Ende ihres Nutzungshorizonts erreicht haben.” 

Wer eine einfache und kompakte Erklärung des Begriffs “Urban Mining” sucht, findet sie in diesem Video.

Textautorin: Stephanie Stiehm

* lala.ruhr übernimmt mit dem takeeover im Januar 2022 drei Wochen lang den Instagram-Account von vier.ruhr, der Allianz der Mülheimer Theater. Unser Thema: der Müllkomplex. Wir nehmen euch mit mit auf eine digitale Reise durch die Region und darüber hinaus – an Orte, an denen etwas aus Müll entsteht oder an denen mit dem gearbeitet wird, was wir umgangssprachlich so bezeichnen. Wir laden dazu ein, auch die Stadtlandschaft der Metropole Ruhr zirkulär zu denken und alle Materialien als ein Teil von Kreisläufen zu entdecken. Denn Müll ist für uns grundsätzlich eine Ressource und ein Fundus für Neues und eben nicht Abfall. lala.ruhr definiert Abfall als Wertstoff der Zukunft! Aus diesem Grund findet ihr auch in diesem Monat einige Blogbeiträge zum Thema “Müllkomplex”. Mit diesem ersten Blogbeitrag zu “Urban Mining” wird die Idee erläutert, das das Ruhrgebiet nicht nur Konsument sondern auch eine nachhaltige Ressource sein kann. 

vier.ruhr ist die Theaterallianz von Theater an der Ruhr, Mülheimer Theatertage „Stücke“ und Ringlokschuppen Ruhr. Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRWKULTURsekretariat.

Quellen:

Im Januar 2022 übernimmt lala.ruhr den Instagram-Account von vier.ruhr, der Theaterallianz der der Mülheimer Häuser. Unser Thema: der Müllkomplex!


Die Rolle der urbanen Biodiversität

Die Rolle der
der urbanen
Biodiversität

Biodiversität ist eines der zentralen Themen unserer Zeit und auch im urbanen Kontext ein wichtiges Thema bei der Arbeit von von lala.ruhr. Der Beitrag von Stadtnatur zu einer lebenswerten Umgebung fördert nicht nur die Lebensqualität der menschlichen Bewohner:innen unserer Städte. Durch eine hohe Artenvielfalt können unsere Städte als grüne Infrastrukturen den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden. Aus diesem Grund hat Stephanie Stiehm, Praktikantin bei lala.ruhr und Masterstudentin im Studiengang Geographie mit der Vertiefungsrichtung Stadt- und Landschaftsökologie, für unseren Blog in diesem Beitrag aufgeschlüsselt, welche Rolle Biodiversität in unseren Städten spielt.

Die weltweite Bevölkerung wächst –  immer mehr Menschen leben dabei im urbanen Raum und steigern so den Grad der Urbanisierung. Im Jahr 2050 sollen über 68 % der Menschen in Städten wohnen. Auch das Artensterben und der damit verbundene Biodiversitätsverlust ist eine der großen Krisen unserer Zeit. In den letzten 50 Jahren sind ca. 50 % der gesamten Arten ausgestorben. Welche Rolle spielen Städte dabei? Unsere Städte sind auch Teil eines vernetzten Ökosystems und bieten damit auch den Menschen ein gutes Lebensumfeld. 

Der Begriff Biodiversität wird dabei generell in drei Betrachtungsebenen eingeteilt: Genetische Vielfalt, Artenvielfalt und Lebensraumvielfalt. Sie unterliegen einer steten zeitlichen und räumlichen Dynamik: Die “urbane Biodiversität” umfasst dabei nicht nur die Naturprozesse, sondern schließt auch die bewussten anthropogenen (menschlichen) Handlungen mit ein. Folglich wird die Biodiversität in urbanen Räumen nicht vorgefunden, sondern auch von den Bürger:innen mitgestaltet [1]. Darüber hinaus bezeichnet der regionale Biodiversitätseinfluss den Einfluss menschlichen Lebens in der Stadt auf das Umland. Auf der globalen Maßstabsebene werden dann die regionalen Einflüsse auf entfernte Länder und ihre Ökosysteme übertragen.

Wo genau aber existiert Biodiversität in der Stadt? Die urbane Wildnis umfasst Pflasterritzenvegetation, Flächen mit freier Sukzession oder ganz unberührte Flächen [2]. Die Biodiversität ist in Städten auf Grund ihrer zahlreichen unterschiedlichen Lebensräume im Vergleich zu ländlich geprägten Gebieten sogar höher. Dazu zählen urbane Wälder, städtische Parkanlagen, offene Grünräume, Wasserläufer und viele weitere Kleinstbiotope. 

Das hohe Artenaufkommen in urbanen Gebieten wird durch die vielen Bereiche in der Stadt erklärt, die der natürlichen Sukzession überlassen werden können sowie unterschiedliche Sukzessionsstadien nebeneinander existieren. Beispiele hierfür sind Bahngleise, Dächer, Häuser, Industriegelände, Straßenränder und Brachflächen. Die Anzahl an Therophyten (einjährige Pflanzen) nimmt mit dem Verstädterungsgrad zu. Ursachen hierfür ist der oben erläuterte Strukturreichtum des Lebensraumes Stadt sowie das Angebot an unterschiedlichen Nahrungs- und Habitatangeboten. Außerdem können Tiere unter reduzierender Konkurrenz zu anderen Artgenossen leben. Ein häufiges Merkmal von Städten ist das erhöhte Vorkommen von Neobiota. Der Begriff Neobiota bezeichnet alle Arten, die in einem Gebiet leben (in diesem Fall der urbane Raum), indem sie nicht heimisch sind [1].

Zunächst ist der Unterschied zwischen Seltenheit und Gefährdung festzuhalten. Der Begriff Seltenheit umfasst das tatsächliche Artenaufkommen ohne das Zutun des Menschens. Sollten dabei auch Organismen wenig auftreten, werden sie als selten klassifiziert. Die Gefährdung ist mit einer negativen Bestandsentwicklung zu beschreiben. Ursache dafür ist häufig der Mensch, weshalb auch von anthropogener Seltenheit gesprochen wird. Die “Rote Liste” dient dabei als Verzeichnis oder Übersichtstabelle über den Gefährdungszustand von Tieren und Pflanzen und wird als Datenquelle benutzt. 

In Nordrhein-Westfalen existieren 43.000 Pilze, Pflanzen und Tiere [3]. Viele dieser Lebewesen sind gefährdet und sind bei Planungen als planungsrelevante Arten gekennzeichnet. Auf diese Arten muss bei Bauvorhaben besonders geachtet werden und wenn ihre Lebensräume zerstört werden, müssen Ersatz- und Ausgleichsflächen geschaffen werden. 

Die Biodiversität wird anhand von Biotopkartierungen (besonders für Pflanzen) und Zählungen von Artengruppen oder einzelnen Individuen gemessen. Dabei werden Werte zur Bestandsdichte ermittelt. Am Ende werden häufig Artenleitbilder für die Städte entwickelt, wodurch gezielt die Biodiversität erhöht werden kann.

Blick aufs Ruhrgebiet 

In der Metropole Ruhr existiert seit 2012 das Netzwerk Urbane Biodiversität. Es besteht aus zahlreichen Forscher:innen und Institutionen des Ruhrgebiets, die sich mit dem Thema Biodiversität befassen und eine Strategie für die Metropole Ruhr entwickeln. Ziel ist die Entwicklung von Maßnahmen, die die regionale Biodiversität erhalten und fördern. Seit Mitte 2020 wird die “Regionale Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet” von der Landesregierung gefördert. Sie ist ein Teilprojekt zur “Offensiven Grüne Infrastruktur 2030”, welches vom Regionalverband Ruhr (RVR) durchgeführt wird. 

Im März diesen Jahres sind Positionspapiere entstanden, die neun Schwerpunktthemen in den Fokus genommen haben: Arten- und Biotopschutz, Industrienatur, Urbane Landwirtschaft, Urbane Waldnutzung, Freiflächen und Biotopverbund, Klimawandel und Klimaanpassung, Stadtgrün und sozialer Zusammenhalt, Urbanes Grün und Gesundheitsvorsorge und Umweltbildung. Sie bilden einen Leitfaden und dienen als Diskussionsgrundlage für die zukünftige regionale Biodiversitätsstrategie.

Es ist allgemein anerkannt, dass Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen wichtig für unseren Natur- und Wasserhaushalt sind. Sie erbringen zahlreiche Ökosystemdienstleistungen, wie die Kühlung der Umgebungstemperatur, dienen als natürliche Retentionsflächen und können Schadstoffe filtern oder abbauen und zum Beispiel Sauerstoff produzieren und Kohlenstoff speichern. Neben diesen Versorgungs- und Regulierungsleistungen gibt es noch die kulturellen Leistungen. Biodiversität bringt auch viel Ästhetik, Spiritualität, Bildung und Erholung mit sich [1]. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner:innen steigt durch eine biodiverse Stadtnatur an.

Jetzt liegt es auch ein bisschen an Ihnen, die Biodiversität in Städten neu zu entdecken und vielleicht auch einen kleinen Teil vor ihrer Haustür dazu beizutragen, unsere Städte grün und lebenswert zu gestalten.

Autorin: Stephanie Stiehm

Textquellen:

[1] Breuste, J. (2019) Die Grüne Stadt. Stadtnatur als Ideal, Leistungsträger und Konzept für Stadtgestaltung. Berlin. 375 S. 

[2] Keil, P.; Hering, D.; Schmitt, T. & Zepp, H. (Hrsg.) (2021) Positionen zu einer Regionalen Biodiversitätsstrategie Ruhrgebiet – Studie im Rahmen der Offensive Grüne Infrastruktur 2030. Oberhausen, Essen und Bochum. 228 S.

[3] NABU (o.J.) Tiere und Pflanzen Nordrhein-Westfalens. Artenvielfalt erhalten und schützen: https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/index.html 

Bild von der spontanen Stadtnatur an der Ruhr-Universität Bochum © S.Stiehm


Green-blue streets: Studentische Entwürfe der RWTH Aachen für Essen-Altendorf

green-blue streets:
die studentischen
entwürfe sind
ausgewertet

lala.ruhr durfte im zurückliegenden Sommersemester eine Planungsaufgabe des Lehrstuhls für Landschaftsarchitektur an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) mitentwickeln. In der Projektarbeit „green-blue streets – wassersensible Stadt Essen-Altendorf“ haben Master-Studierende der Fachrichtungen Architektur und Städtebau neue Quartiersleitbilder für den dicht bebauten und bevölkerungsreichen Bezirk im Essener Westen entworfen. Und das komplett digital – so musste die Betreuung pandemiebedingt online stattfinden, die Teilnehmenden sich individuell auf den Weg zu Ortsbesichtigungen machen.

Mit den Ergebnissen ist Dozent Dr.-Ing. Axel Timpe sehr zufrieden: „In fast allen Entwürfen geht es nicht nur um die Bewältigung von Starkregen und Hitzewellen, sondern auch um die Sichtbarmachung und Gestaltung von und mit Wasser. Fragen zur Einbettung ins Quartier wurden gut beantwortet.“ Signifikante Unterschiede zeigten sich in den gestalterischen Details: so reicht die Bandbreite der entwickelten Lösungen von Trennkanalisation und versickerungsfähigen Grünflächen bis hin zu einem Skatepark, der bei Starkregen Wasser aufnehmen kann. Alle Entwürfe integrieren auch die Neuorganisation des Verkehrs für lebenswertere Straßenräume. Ein sinnvoller Ansatz, so Timpe, denn klar sei, dass  grün-blaue Straßen einen Wegfall von Parkplätzen durch neue Verkehrsführung und sanfte Mobilitätsformen wie Car-Sharing, Fahrradverkehr und E-Mobilität kompensieren müssen. Diese Angebote und ein aufgewerteter öffentlicher Nahverkehr  finden sich in vielen Entwürfen wieder.

Doch wie realistisch sind solche Ansätze in einem bestehenden Quartier? „Nicht nur bei Neubauprojekten liegt der planerische Fokus längst auf Aspekten der Wassersensibilität. Auch beim Umbau im Bestand müssen wir neu denken, um den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. Natürlich wird nicht gleich morgen begonnen, den öffentlichen Raum in Altendorf umzubauen, um dort eine offene Regenwasserführung oder Zisternen anzulegen. Allerdings können die studentischen Entwürfe durchaus innovative Ansätze liefern, denn es gilt, nach dem Bau des Niederfeldsees als übergeordnete grün-blaue Infrastruktur diese schrittweise im Kontext der Stadterneuerung in den Stadtteil zu integrieren“, so Timpe. Auch, weil der 2014 eröffnete künstliche See nicht konstant über genügend Wasser verfügt, sondern streckenweise über Pumpen bedient werden muss – was sich über eine Anpassung der Strukturen im anliegenden Quartier ändern ließe. „Bei einem Quartier am See ist man nah dran, genau hier ließe sich mit solchen Maßnahmen starten und damit auch prüfen, inwieweit sich die Ideen auf den gesamten Stadtraum übertragen lassen. In Kürze sollen die Entwürfe dementsprechend auch der Stadt Essen vorgestellt werden.

lala.ruhr bedankt sich bei den Studierenden und dem Team der RWTH Aachen und gratuliert herzlich zu den spannenden Ergebnissen, die in der Galerie im Einzelnen zu sehen sind.

Lukas Linnemann und Karen Riehm: Altendorfer Quartiers-Oasen

Jule Leutner und Klara Tebroke: Grün-blaue Mitte

Isabel Kaster und Hannah Keuser: Alle Wege führen zum Niederfeldsee

David Hermann und Ekta Singh: Regenwasserkonzept für den Weuengarten

Ann-Kristin Bierotte und Katharina Raesfeld: Urban Water Cycle

Tobias Ohlenforst und Dimana Vasileva: green.blue streets

Vanessa Kohl und Marie-Luise Kremm: RGB-Code Essen-Altendorf

Marina Santelmann und Sophie Wenderoth: Wechselwirkung Altendorf

Anna Vyhuliar und Hilal Zengin: Blaue Wege zum Niederfeldsee


Kulturkonferenz Ruhr: Die Zukunft der Zentren ist inklusiv, grün und produktiv!

Die Zukunft der Zentren
ist grün, inklusiv und
produktiv!

Wie bringt man mehr Aufenthaltsqualität in die Innenstadt, wie mehr Kultur und Identität? Dieser Frage ging die diesjährige Kulturkonferenz Ruhr in Herne mit einem umfangreichen Programm nach. lala.ruhr steuerte hier auf Einladung des Regionalverbands Ruhr einen Workshop bei – dessen Titel gleich auch auf unseren Lösungsansatz verwies: Die Zukunft der Zentren ist inklusiv, grün und produktiv! 

Wir konnten drei Organisationen aus unserem Netzwerk dafür gewinnen, mit uns die Herner Innenstadt aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen: Die Dortmunder Urbanisten e.V. (Referentin: Annette Bathen) thematisierten die Idee der produktiven Innenstädte. In der Gruppe von kitev (Oberhausen, Referentin: Petra Jablonická) ging es um Grüne Bahnhöfe als besondere Transiträume. „Gemeinsam für Stadtwandel“ (Essen, Referentin: Martina Nies) legte den Fokus auf die kollaborative Stadt. Alle drei stellten kurzen Inputs ihre Perspektive auf die Stadt vor, bevor bei einem Rundgang zusammen mit den Teilnehmer:innen der Kulturkonferenz – Kulturschaffende sowie Vetreter:innen aus Verwaltung und Stadtplanung – konkrete Ideen und Vorschläge für die Transformation von konkreten Räumen in der Innenstadt gesammelt wurden.

Während der Touren wurden  beispielhafte Ideen der Transformation konkret diskutiert und fotografisch festgehalten – die Basis für unsere Memory-Karten zu den Potenzialorten der Herner Innenstadt. 

Ein Beispiel hierfür: der Parkplatz an der Cranger Straße als vielbefahrene Hauptstraße: Während der Exkursion wurde deutlich, dass er den überwiegenden Teil des Tages leer ist und lediglich zur „Rush Hour“ am Nachmittag, in der Eltern ihre Kinder von der anliegenden Grundschule abholen, genutzt wird. Die beim Rundgang entstandene Idee: Mit einfachen Mitteln wie Pflanzen ließe sich der Platz schnell, effektiv und deutlich von der Hauptstraße abgrenzen. Ein Teil der kaum genutzten Parkplätze könnte Bänken weichen und ein Bike-(Repair)Café mit Musik, das künftig dort während der mittäglichen Rush-Hour platziert wird, einen Anreiz geben, den Schulweg von Eltern und Kindern künftig per Rad zu erledigen und noch gemeinsam in der neuen grünen Oase zu verweilen. 

Diese Idee steht exemplarisch für viele der Eindrücke, Fotos und Visionen, die in der Abschlussrunde diskutiert wurden: umzusetzen mit einfachen Mitteln, Engagement und Kooperation. Neben konkreten Ergebnissen vor Ort wird so auch eine Prozesskultur gefördert, die unterschiedliche Akteur:innen einbindet und ermächtigt, die Innenstadt als einen lebenswerten Ort zu gestalten. Alle am Workshop Beteiligten waren sich darüber einig, dass die Vielzahl an exemplarisch gefundenen Ansätzen in allen drei Rundgängen auch in Ihrer täglichen Auseinandersetzung mit Städten eingebracht werden können.

DOWNLOAD DER DOKUMENTATION

Impression aus dem Workshop für lala.ruhr bei der 9. Kulturkonferenz des RVR. Foto: RVR / Oberhäuser


Imagine Green Urban Futures auf dem Places VR-Festival 2021

Rückblick:
Imagine Green
Urban Futures

Imagine Green Urban Futures: Unter dieses Motto hat lala.ruhr sein Programm beim Places VR-Festival gestellt. Denn: Wir brauchen Bilder für die Zukunft unser Stadtlandschaften. Herkömmliche Pläne und Illustrationen sind für viele Menschen schwer zu erfassen. Extended Reality hingegen lässt Visionen lebendig und anschaulich werden, wie im Programm rund um die Bochumer Straße in Gelsenkirchen deutlich wurde. 

Drei Teams haben eigens für das Festival ihre Augmented Reality-Anwendungen entworfen, in denen Sie jeweils einen Abschnitt der Bochumer Straße – einem 120 Jahre alten Straßenzug in Ückendorf – grün und visionär gestalteten: Per Smartphone und Tablet konnten sich die Festivalbesucher*innen davon überzeugen, wie stark diese Impulse wirken, wenn sie nicht nur über das Papier transportiert, sondern vierdimensional und damit lebendig werden. 

Die jeweiligen Büros, bzw. Protagonist:innen, hatten sich zuvor über einen Wettbewerb qualifiziert verfolgten verschiedene Ansätze: 

Anja Cambria Oellermann, Szenografin aus Hamburg, stellte das Entdecken der Stadtnatur und die Neugier der Besucher in den Mittelpunkt ihrer Vision für den Bergmannplatz, unter anderem durch Naturinseln, einem Wildblumenfeld und einem kleinen Teich. 

Das Kölner des Kölner Büro Greenbox Landschaftsarchitekten lud ein, den „Green Canyon“ zu entdecken und verwandelte die vom Autoverkehr dominierte Straße in eine lebendige und auf mehreren Ebenen nutzbare Rauminstallation, die unter anderem mit Details wie integrierten Photovoltaik-Elementen und einer Ladeinfrastruktur für E-Autos aufwartete. 

Die Berliner Agentur pimento formate legte dagegen den Fokus auf Edutainment für Nachhaltigkeit und verband Elemente wie virtuelle Palmen, Blumen und sprudelnde Brunnen mit Infos zur Eignung unter Aspekten der Klimaneutralität. 

In einem vierten Abschnitt entlang der Bochumer Straße konnten die Besucher:innen dann selbst aktiv werden und nicht nur für Begrünung sorgen, sondern auch Elefanten, Zebras und Sofas herbeiwünschen. 

Im Hof der Quartieroase haben die Besucher:innen an beiden Tagen Impulse und Panels rund um Digitalität in der Planung verfolgt. In den anliegenden Garagen, die mithilfe von Sofas, Teppichen und Co. in Lounges verwandelt wurden, stellten sich unser Technikpartner für die Umsetzung der AR-Anwendungen, das Aachener Start-Up Cityscaper, sowie pimento formate mit dem Projekt „futureleafmission“ und das Team von Greenymizer mit seiner Vision einer App für mehr digitale Beteiligung an der Grünen Stadt der Zukunft vor – ein ganz besonderes Wiedersehen, denn das Team hatte sich bei dem Hackathon auf dem Places-Festival 2020 geformt und mit einen Prototypen zwei Auszeichnungen gewinnen. Dazu bot in der  Garagen-Lounge ein Video-Loop die Möglichkeit, weitere innovative XR-Projekte kennenzulernen. 

Ergänzt wurde das Programm durch eine Plakatausstellung, über die folgende internationale Projekte und Büros mit Verweisen auf die jeweiligen Projektseiten vorgestellt wurden: 

  • AVP (Düsseldorf): Präsentation von komplexen Immobilienprojekten in virtueller Animation.
  • Anja Cambria Oellermann & Shaouhan Hu: Ensō – Analyse der Grenze zwischen Wasser und Land in japanischen Tempeln und im Kieler Stadtraum
  • Form Follows You GmbH (Berlin): Digitale Partizipation Bahnhofstraße Lichtenrade
  • Green4Cities (Wien): Developing Urban Green Visions
  • Greenymizer: Vision der App “City Greenymizer” für Bürger:innenbeteiligung
  • Dr. Nadina Galle (Amsterdam): “Internet of Nature” für den Aufbau intelligenter grüner Städte
  • Jan Kamensky (Hamburg): Utopia for Bicyclists – Utopische Animationen
  • LAND (Mailand/Lugana/Düsseldorf: CariGO GREEN3 – Digital Landscape. Programm zur territorialen Entwicklung der Landschaft Gorizia an der Grenze zwischen Italien und Slowenien
  • pimento formate (Berlin): Futureleaf – AR-Mission zu Mikroplastik in der Stadt
  • Katie Patrick (San Francisco): Kann Gamification den Planeten retten?

Die Ausstellungsplakate findet ihr hier zum Nachlesen: Plakatausstellung_Places VR Festival

„Imagine Green Urban Futures“ wurde ermöglicht durch eine Förderung der E.ON Stiftung und cityscaper, unseren Technikpartner zur Entwicklung der AR-Anwendungen. 

Herzlicher Dank gilt auch unseren Speaker:innen: 
Stephan Muschick (E.ON Stiftung), Stefanie Hugot (Leiterin des Referats Stadtplanung bei der Stadt Gelsenkirchen), Dr. Volker Settgast (Fraunhofer Austria), Hilke Berger und Immanuel Schipper (HafenCity University Hamburg), Matthias Funk (scape Landschaftsarchitekten GmbH), Burkhard Drescher (Innovation City Management GmbH), Prof. Dr. Ismeni Walter (Hochschule Ansbach) & Michelle Adolfs (Team Greenymizer VR), Elle Langer und Markus Mende (pimento formate), BIMa.solutions – Virtual Reality für Architektur, Sebastian Witt, Juliane Ebeling und Robin Römer (Cityscaper Aachen).

Imagine Green Urban Futures – eine Besucherin nutzt die AR-Anwendungen. Foto: Places _ VR Festival/Ole-Kristian Heyer


polis AWARD 2021 für lala.ruhr in kommunikativer Stadtgestaltung

Auszeichnung für lala.ruhr: polis Award 2021!

Das Team von lala.ruhr freut sich über den polis Award: In der Kategorie “Kommunikative Stadtgestaltung”, in der Instrumente ausgezeichnet werden, mit denen Menschen kreativ und auf Augenhöhe in Stadtentwicklungsprozesse involviert werden, haben wir den 3. Platz erhalten.

Mit dem polis award des polis Magazin für Urban Development werden jährlich in verschiedenen Kategorien Projekte im Städtebau und der Immobilienwirtschaft ausgezeichnet, denen eine partnerschaftliche Haltung und zugrunde liegt bei der Entwicklung von Lösungen für die Stadt der Zukunft.

Der 1. Platz ging an das Online-Beteiligungsverfahren zum städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb “Am Alten Güterbahnhof” in Duisburg, der 2. Platz an den Audio-Walk des Modellprojekts “Rathausblock” in Berlin. Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten und Preisträger, auch in den weiteren Kategorien!

Übergabe der Auszeichnung an lala.ruhr beim auf der polis Convention 2021 in Düsseldorf.


Unser Beitrag zum Places VR-Festival - XR in der Stadtplanung!

Unser Beitrag zum Places VR-Festival - XR in der Stadtplanung!

lala.ruhr lädt unter dem Motto “Imagine Urban Green Futures” ein, den Innenhof und die visionären Garagen-Werkstätten zu entdecken: Wir werden mit Bildern, Videos und Animationen digitale Innovationen in der räumlichen Planung präsentieren, in den Garagen könnt Ihr die Technik-Partner:innen, Programmierer:innen und Künstler:innen bei ihrer Arbeit treffen. Der grüne Hof und seine Garagen verwandeln sich für zwei Tage in eine inspirierende grüne Lounge.

Eröffnung am 17. September um 14.00 Uhr im Hof der Bochumer Straße 110 in 45886 Gelsenkirchen!

Das Projekt „Imagine green urban futures“ wird von der E.ON Stiftung gefördert. Gemeinsam wollen wir den konkreten Einsatz von Augmented Reality in der Stadtplanung erproben, um neue Impulse für Partizipation und Bürger:innenbeteiligung zu geben – damit die Stadt der Zukunft erlebbar und die Debatte darüber lebendig wird.

Wie wollen wir unsere Städte für die Zukunft entwickeln? lala.ruhr lädt ein in die Quartiersoase und präsentiert jede Menge Inspirationen rund um digitale Tools und Interventionen für Planung und Beteiligung.

  • Talk und Ausstellung zu ​​VR und AR in der Stadt- und Landschaftsplanung und für Beteiligungsformate der Stadtentwicklung
  • Einführung in das AR-Projekt “Imagine Green Urban Futures” entlang der Bochumer Straße
  • Meet the artists
  • Showrooms und Werkstätten für digitale Planungs-Tools

Vor Ort dabei sind unter anderem: Stephan Muschick (E.ON Stiftung), Stefanie Hugot (Leiterin des Referats Stadtplanung bei der Stadt Gelsenkirchen), Dr. Volker Settgast (Fraunhofer Austria), Hilke Berger und Immanuel Schipper (HafenCity University Hamburg), Matthias Funk (scape Landschaftsarchitekten GmbH), Burkhard Drescher (Innovation City Management), Prof. Dr. Ismeni Walter (Hochschule Ansbach) & Michelle Adolfs (Team Greenymizer VR), Jan Kamensky (Hamburg), Elle Langer und Markus Mende (pimento formate), BIMa.solutions – Virtual Reality für Architektur, Sebastian Witt & Robin Römer (Cityscaper Aachen)…

Freitag, 17. September 2021
Öffnungszeiten 14 – 20 Uhr

Samstag, 18. September 2021,
Öffnungszeiten 10 – 18 Uhr

Gesamtes Programm

Die Quartiersoase, im Hinterhof der Bochumer Straße 110 ist einer der vielen außergewöhnlichen Orte des Places _ VR Festivals.


Imagine green urban futures: die Teams stehen fest!

imagine green
urban futures:
die Teams stehen fest!

Im Wettbewerb „Imagine green urban futures“, bei dem technikaffine Planerin:innen und Gestalter:innen gesucht wurden, stehen nun die Teilnehmer:innen fest: die Köpfe von lala.ruhr und dem Places _ VR Festival freuen sich, die Agentur pimento formate, das Landschaftsarchitekturbüro GREENBOX  und die Szenografin Anja Cambria Oellermann in Gelsenkirchen-Ückendorf zu begrüßen.

Die Jury, bestehend aus Sebastian Schlecht (lala.ruhr), Daniela Berglehn (EON.Stiftung) und Thomas Dietrich (Vorsitzender des bdla NRW) hat sich in ihrer digitalen Sitzung aus einer Vielzahl von Einsendungen für die drei Bewerber:innen entschieden. Sie bringen jeweils spannende und ganz unterschiedliche Ansätze zur Lösung der Aufgabe mit, die darin besteht, auf Basis von 3D-Daten eine grüne und nachhaltige Vision für die Bochumer Straße zu entwickeln.

Die Berliner Agentur pimento formate, möchte mit ihrem Team um Geschäftsführerin Elle Langer den Fokus auf Edutainment für Nachhaltigkeit legen und Menschen spielerisch dazu inspirieren, ihre Vorstellungen von begrünten Hausfassaden, Standorten für Urban Gardening und Co. zu artikulieren und mithilfe selbst gedrehter Augmented Reality – Stories festzuhalten (AR).

Das Team vom Kölner Büro Greenbox Landschaftsarchitekten, das von Felix Brennecke angeführt wird, hat sich mit der Idee beworben, Städteplanung mithilfe einer AR-Anwendung in die Vertikale zu denken und die Straße, bzw. den Stadtraum so auf mehreren Ebenen zu nutzen.

Anja Cambria Oellermann, Szenografin aus Hamburg, möchte über AR das Entdecken der Umgebung fördern, beispielsweise über die Darstellung von Veränderungen der Stadtnatur bei Regen.

Die ausgewählten Teams und Personen haben jetzt einen Monat Zeit, ihre jeweilige Vision in 3D umzusetzen, bevor cityscaper als Technnikpartner des Projekts die Daten in AR-Anwendungen umwandelt. Die Besucher:innen des Places Places _ VR Festivals (17. & 18.09.2021 in Gelsenkirchen-Ückendorf) können Ergebnisse dann per Smartphone oder Tablet erkunden.

Das Projekt „Imagine green urban futures“ wird von der E.ON Stiftung gefördert. Gemeinsam wollen wir den konkreten Einsatz von Augmented Reality in der Stadtplanung erproben, um neue Impulse für Partizipation und Bürger:innenbeteiligung zu geben – damit die Stadt der Zukunft erlebbar und die Debatte darüber lebendig wird.

places projektseite

Aufteilung der Bochumer Straße


Offensive Grüne Infrastruktur: Handlungsempfehlungen für den RVR veröffentlicht

Offensive Grüne Infrastruktur: Handlungsempfehlungen für den RVR veröffentlicht!

Es ist so weit: Das Team von lala.ruhr hat im Auftrag und in Kooperation mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) in einem mehrmonatigen Prozess einen strategisch-konzeptionellen Beitrag als Baustein für die Kommunikationsoffensive Grüne Infrastruktur des RVR erarbeitet. Dieser wurde nun an Nina Frense (Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur) übergeben. Im Kern ging es darum, Vorschläge zu entwickeln und Akteur:innen aus unterschiedlichen Bereichen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.

Eingeflossen sind dabei unter anderem die Ergebnisse des „Festivals der Landschaft”, das im Februar über 200 Teilnehmer:innen im digitalen Raum erreichen konnte, genauso wie Akteur:innen-Interviews mit innovativen Landschafts- und Stadtgestalter:innen, Engagierten in einem nicht-institutionellen planerischen Kontext und künstlerische Perspektiven. Hinweise und Ansätze für eine zielführende Kommunikation und die Einbindung von Akteur:innen bei der Gestaltung Grüner Infrastruktur in der Metropole Ruhr wurden zusammengetragen und in der nun vorliegenden Handlungsempfehlung beschrieben, die als Grundlage dienen kann für das regionale Gemeinschaftsprojekt der Gestaltung und Kommunikation einer zukunftsfähigen urbanen Landschaft.

lala.ruhr bedankt sich bei Allen, die ihre Expertise eingebracht haben – ob als Interviewte oder Teilnehmende der digitalen Festival-Formate!

Übergabe der Handlungsempfehlungen an Nina Frense (Beigeordnete für den Bereich Umwelt und Grüne Infrastruktur des Regionalverband Ruhr, Mitte), durch die lala.ruhr-Initiator:innen Sebastian Schlecht (links) und Melanie Kemner (rechts). Foto: RVR/Volker Wiciok


Podcast-Tipp: the one minute city and the Internet of nature!

Podcast-Tipp:

the one minute city
and
the internet of nature

Auf dem lala.ruhr-Festival im Februar diesen Jahres gab es eine ganz besondere, englischsprachige Live-Session, die aufgezeichnet wurde und nun als Podcast erschienenen ist: The one minute city and the internet of nature!  Es handelt sich um eine Folge des Urban Landscape Lab-Podcast mit Tommaso Bassetti, Experte für Stadt- und Klimapolitik, der eine Plattform bietet für die Diskussion von Erfahrungen, innovativen Ideen und Projekten an der Schnittstelle zwischen urbaner Lebensqualität, grüner Performance und Qualität.

Als Folge der Pandemie hatten und haben wir weniger oder gar keinem Zugang zu Büros, Bars, Restaurants, Museen und Freiräumen. Noch nie war die urbane Lebensqualität so abhängig von den Räumen, die vor unseren Türen liegen. Gemeinsam mit Dr. Nadina Galle, Ökologie-Ingenieurin und Pionierin des Konzepts “Internet der Natur”, und Andrea Balestrini, Leiter des LAND Research Lab, haben wir während des Festivals erkundet, wie man gewöhnliche städtische Straßen so umgestalten kann, dass ihre Bewohner auch nach der Pandemie davon profitieren und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gegenüber einer sich beschleunigenden Klimakrise durch grüne Performance erhöht wird.

Wer die Session während unseres Festivals verpasst hat, kann nun hier reinhören:

#thinklandscape

lala.ruhr ist das Labor für die Landschaft der Metropole Ruhr – eine Biennale der urbanen Landschaft!


Bewerbt euch: Imagine green urban futures - lala.ruhr goes places!

Bewerbt euch:
Imagine green urban futures -
lala.ruhr goes
places!

Ihr seid technikaffine (Landschafts-)Architekt:in, Stadtplaner:in, Gestalter:in und Innovator:in?  Dann hat lala.ruhr in Zusammenarbeit mit dem  Places_Virtual Reality Festival in Gelsenkirchen-Ückendorf eine ganz besondere Herausforderung für euch, nämlich den Wettbewerb „Imagine Green Urban Futures“!

Worum geht’s? Ihr entwickelt eine grüne und nachhaltige Vision für die Bochumer Straße – einen 120 Jahre alten Straßenzug in Ückendorf –  auf Basis bestehender 3D-Daten. Die 3D-Modelle werden anschließend von unserem Technikpartner cityscaper in echte AR-Anwendungen umgewandelt und können von den Besucher:innen des Places _ VR Festivals (17. & 18.09.2021) per Smartphone oder Tablet erkundet werden.

Foto: Ravi Sejk

Der Ablauf:

  • Ihr reicht bis zum 11. Juli eure Bewerbung mit dem ausgewählten Straßenabschnitt der Bochumer Straße ein.
  • Eine Fachjury wählt drei Teilnehmer:innen/Teams aus
  • Ihr bekommt Aufwandsentschädigung von 1.000€ und arbeitet einen Monat an eurer Vision
  • Besucher:innen des Places _ VR Festivals können am 17. & 18.09.2021 eure Vision in Augmented Reality live erleben

Das Places _ Virtual Reality Festival ist Deutschlands erstes, größtes, frei zugängliches und kostenfreies Festival für Virtual Reality. 2021 geht das Festival bereits in die dritte Runde. Das Places _ VR Festival richtet sich gleichermaßen an ein Fach-, aber insbesondere auch an ein breites öffentliches Publikum und findet seit 2018 in Gelsenkirchen-Ückendorf statt. Places ist ein Treffpunkt für die deutsche und europäische XR-Branche sowie Anlaufpunkt für viele VR-Interessierte.

Realisiert wird das Projekt zusammen mit cityscaper als Technikpartner und der E.ON Stiftung als Förderer. Gemeinsam wollen wir den konkreten Einsatz von Augmented Reality in der Stadtplanung erproben, um neue Impulse für Partizipation und Bürger:innenbeteiligung zu geben – damit die Stadt der Zukunft erlebbar und die Debatte darüber lebendig wird.

Bewirb dich jetzt mit deiner Idee, werde Teil unseres “Imagine Green Urban Futures”-Projekts, arbeite von Mitte Juli – August an deiner Vision und erhalte 1.000€ Aufwandsentschädigung und setze dein 3D-Modell um, das die Besucher*innen des Places _ VR Festivals dann in AR testen und erleben können!

Alle Informationen und den Link zum Bewerbungsformular findet ihr hier.

Imagine Green Urban Futures – werde mit deiner Vision Teil des Places_Virtual Reality Festival! Foto: Cityscaper


lala.ruhr – der Film: Unterwegs bei den Akteur:innen in der Region!

lala.ruhr – der Film:
Unterwegs bei den
Akteur:innen
in unserer Region!

Um die grüne Stadt der Zukunft zu gestalten, braucht es viele Perspektiven – lala.ruhr hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese zu sammeln, den Austausch zu fördern und Visionen und Konzepte für die Zukunft der Metropole Ruhr zu diskutieren. Nach dem partizipativ angelegten Festival der Landschaft der Metropole Ruhr, das im Februar im digitalen Raum stattfand, waren wir in den vergangenen Wochen in Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen unterwegs, um innovative Projekte zu besuchen und spannende Stimmen und Gesichter einzufangen.

Entstanden ist mit Unterstützung des Regionalverbands Ruhr und von drei Protagonist:innen ein rund 12-minütiger Film aus verschiedenen Perspektiven. Was ist die Aufgabe von Landschaftsarchitekt:innen? Schon einmal von Organismendemokratie gehört? Und was passiert auf dem Dach des Oberhausener Jobcenters? Die Antworten findet ihr im Film.
Wir freuen uns über Feedback!
#thinklandscape

Um die grüne Stadt der Zukunft zu gestalten, braucht es viele Perspektiven. Über ein Filmprojekt fängt lala.ruhr jetzt drei davon ein.


Werkstattbericht: Urbanes Gärtnern im Ruhrgebiet

Werkstattbericht:
Urbanes Gärtnern
im Ruhrgebiet

Mehr Gemeinschaftsgärten im Ruhrgebiet – wie geht das? Dieser Frage sind Jonas Runte und Nils Rehkop kürzlich in einer  weiteren digitalen Werkstatt von lala.ruhr nachgegangen. Als Mitglieder der Dortmunder Urbanisten können sie aus jahrelanger praktischer Erfahrung in der Umsetzung von Gemeinschaftsgärten berichten.

Öffentlich, gemeinschaftlich und freiwillig – das sind die Kernelemente der Definition von urbanen Gärten. Mehr als 100 urbane Gärten und etwa 1600 Kleingartenanlagen existieren in NRW. In der Stadt in Form von Gemeinschaftsgärten, Schulgärten, Guerilla Gardening und „Essbare Stadt“-Arealen, stadtnah als Mietäcker oder Flächen für solidarische Landwirtschaft. Die Anlagen bedienen dabei vielfältige Aspekte: neben dem Umweltschutz und der der Stärkung von Artenvielfalt stehen insbesondere soziale Aspekte im Vordergrund. Zusammen Gärtnern fördert unter anderem Begegnung und Austausch, Identifikation mit dem Quartier, spart durch den Aspekt der Selbstversorgung Geld.

Allerdings reiche es nicht aus, Menschen „einen Garten vor die Tür zu setzen“. Viel wichtiger sei der Erfahrung der Urbanisten nach der Aufbau einer motivierten Gruppe, die motiviert ist sich die Hände schmutzig zu machen. Nicht nur mit Erde, sondern auch mit mitunter anstrengendem Ausfüllen von Papieren. Nichtsdestotrotz: Gemeinsam Gärtnern im Ruhrgebiet ist möglich und es macht Spaß, so das Fazit. Wer sich für die verschiedenen Beispiele aus Dortmund und Umgebung sowie Hinwiese auf Fördermöglichkeiten interessiert, findet hier die Präsentation zum Workshop: Urbane-Gärten-im-Ruhrgebiet-die-Urbanisten

Text: Jonas Runte/Sonja Broy
Foto: die Urbanisten e.V.

Die Urbanisten sind unter anderem im Dortmunder Westgarten aktiv.